You're offline
Skip to content
Memorandum

German HL P1 Memo 2018 hlayiso.com

Subject: German HLGrade 12201818 pages
Download

Loading document…

Loading document…

Document textSearch extracted text and jump to a page.
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE EXAMINATION NOVEMBER 2018 GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I MARKING GUIDELINES Zeit: 3 Stunden 100 Punkte These marking guidelines are prepared for use by examiners and sub-examiners, all of whom are required to attend a standardisation meeting to ensure that the guidelines are consistently interpreted and applied in the marking of candidates' scripts. The IEB will not enter into any discussions or correspondence about any marking guidelines. It is acknowledged that there may be different views about some matters of emphasis or detail in the guidelines. It is also recognised that, without the benefit of attendance at a standardisation meeting, there may be different interpretations of the application of the marking guidelines. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 2 of 18 ABTEILUNG 1 TEXTVERSTÄNDNIS (a) Welche Aspekte tragen laut de Autor dazu bei, dass Schüler die Wahl des Studiengangs als Qual empfinden könnten? Es tragen die folgenden Aspekte laut Autor dazu bei: • Bauchgefühl • Wirtschaftslage • was die Eltern einem raten • was auch die Freunde studieren • Anreiz bester Jobaussichten (b) Welche drei Ratschläge gibt der Autor den zukünftigen Studenten am Anfang des Texts? Die Entscheidung für ein Studium sei eine wichtige Lebensentscheidung und man sollte: • sich dafür auch Zeit nehmen • vor allem rechtzeitig mit der Recherche beginnen • vermeiden Fristen zu übersehen • auch Zeitdruck vermeiden, da dieser dazu beitragen könnte, dass man sich für einen falschen Weg entscheidet. (c) Welche Fragen sollten sich zukünftige Studenten stellen, um eine geeignete Studienrichtung zu identifizieren? Was kann ich gut? Was interessiert mich? Reizt mich persönlich diese Berufsfelder? (d) Welche Angebote können zukünftige Studenten nutzen, um sich über die Studienwahl zu informieren? Man kann folgende Angebote nutzen: • Studienberatung • die Psychologische Studierendenberatung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung • Österreichische Hochschülerlnnenschaft (ÖH) • die Bildungsberatung der Arbeiterkammer • die BerufsInfoZentren des AMS • Online-Tests zur Studienwahl im Internet (e) Nennen Sie zwei aus dem Text hervorgehende Unterschiede zwischen einem Studiengang an einer Fachhochschule und an einer Universität. Unterschiede zwischen FHs und Unis laut Text: • Fachhochschulen (FH) sind grundsätzlich stärker praxisorientiert als Unis. • Viele Lehrpläne und Studienrichtungen sind an FHs auf die Anforderungen des aktuellen Arbeitsmarkes abgestimmt. • Der Unterricht im Vergleich zu Universitäten ist an FHs eher verschult – als Student hat man wenig Möglichkeiten, frei zu agieren, sondern man hat viele Einheiten mit Anwesenheitspflicht. • Anders als viele universitäre Studien verlangen viele FH-Studienrichtungen von ihren Studierenden, dass sie Pflichtpraktika bei Wirtschaftsbetrieben absolvieren. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 3 of 18 • Die Lehrpläne vieler Universitätsstudien wurden allerdings seit Bolgna Prozess stärker „verschult“, was bedeutet, dass die individuelle Freiheit für Studenten was Absolvierung ihrer Lehrveranstaltungen betrifft, verringert wurde. • Ein Universitätsstudium im Vergleich zu Fachhochschul-Ausbildungen bietet tendenziell eher Grundlagenwissen an und deckt weniger konkrete Anforderungen des Arbeitsmarktes ab. • Pflichtpraktika bieten Unis nicht an. Diese Zusatzqualifikationen müssen Uni-Studierende selber organisieren. (f) Würden Sie ein Studium an einer Fachhochschule oder an einder Universität bevorzugen? Begründen Sie Ihre Meinung mit mindestens zwei Beispielen. Die Meinung des Schülers/der Schülerin ist korrekt, solange die beiden genannten Beispiele die Meinung unterstützen und passend begründet. (g) Welche konkreten Schritte schlägt der Autor des Textes zukünftigen Studenten vor, ihre Stärken zu evaluieren und somit die Voraussetzung für eine gute Wahl des Studiengangs zu schaffen? Nennen Sie mindestens vier im Text genannte Ratschläge. Der Autor schlägt vor, dass die zukünftigen Studenten • auf die eigenen Interessen und Fähigkeiten achten sollten bzw. sich darüber klarwerden sollten, was man gut kann, welche Bereiche einen interessieren und wo die eigenen Stärken liegen. • Gespräche mit Menschen, die einen gut kennen und denen man vertraut, führen sollten, da sie sicher hilfreich seien. • Studienberatungen as Schulen sowie diverse Eignungstests, die die Studienwahl erleichtern können, in Anspruch nehmen sollten. • mit Experten sprechen sollten – z. B. Studenten, die das eine oder andere Fach der Begierde studieren und somit am authentischsten und ehrlichsten sagen können, worauf es bei dem Studium ankommt, was spannend ist – und was weniger. • einen Tag der offenen Tür von Universitäten und Fachhochschulen nutzen sollten. • Messen wie die „Best“ – die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung besuchen sollten. (h) Finden Sie den Text für zukünftige Studenten hilfreich? Begründen Sie Ihre Meinung. Die Meinung des Schülers/der Schülerin ist korrekt, solange die Begründung plausibel erscheint. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 4 of 18 ABTEILUNG 2 INHALTSZUSAMMENFASSUNG Fassen Sie den Text in eigenen Worten zusammen. Einleitung: Titel: Aufgegebene Klimaziele 2020 – Sieg der Trägheit Autor: Holger Dambeck Erschienen am 9. 1. 2018 im Spiegel.de Textart: Kommentar Deutungshypothese: Der Text bewertet die Klimazielverschiebung Deutschlands. Hauptteil: 2018 einigen sich die Parteien, die deutschen Reduktionsziele für den CO2-Ausstoß für das Jahr 2020 aufzugeben, da die Ziele im Klimaschutz nicht realisierbar schienen. Der Autor ist der Meinung, die Politiker würden Klimaschutz nur machen, solange er niemandem weh tue. Prioritäten im Kohleland NRW seien Arbeitsplätze und Wählerstimmen. Auch die Ziele für 2030 seinen seit dem Ausstieg aus der Atomenergie und der Kohleenergiegewinnung nicht mehr realistisch. Gleichzeitig aus zwei Kraftwerkstechnologien aussteigen, die einst 75 bis 80 Prozent des deutschen Stroms erzeugt haben, könne nicht gelingen und somit müssten weiter Kohlekraftwerke den Strom erzeugen. Der Autor gibt am Ende den Parteien, der Industrie und den Bürgern die Schuld, da jeder seine eigenen Interessen verfolge und nicht bereit sein würde, sparsamer zu werden. Er ermahnt, dass es die Aufgabe der Politiker sei, verantwortungsvolle Politik zu machen, auch wenn sie unangenehm sei. Schluss: Der Text ist sehr subjektiv geschrieben und fordert den Leser auf, nachzudenken und zum Thema selber Stellung zu beziehen. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 5 of 18 ABTEILUNG 3 GEDICHTINTERPRETATION TEIL A: BEKANNTES GEDICHT Wählen Sie eine der vier möglichen Aufgaben aus! Aufgabe 1 oder 2 (a/b/c/d/e/f) zu dem Gedicht „Hiroshima“ von Marie Luise Kaschnitz. ODER Aufgabe 3 oder 4 (a/b/c/d/e) zu dem Gedicht „Nur zwei Dinge“ von Gottfried Benn. AUFGABE 1 Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichts „Hiroshima“ von Marie Luise Kaschnitz (mind. 250 Wörter). • das Gedicht „Hiroshima" von Marie Luise Kaschnitz behandelt die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima • der Bomberpilot steht im Mittelpunkt, der die Atombombe abwarf • Prosagedicht: besitzt keinen Reim und keine geschlossene Form • in zwei Teile untergliedert, die sich in Aufbau, Form und Inhalt deutlich unterscheiden: Der erste Teil besteht aus acht, der zweite aus fünfzehn Zeilen • Strophe: zweimalige Wiederholung der Eingangszeile „Der den Tod auf Hiroshima warf ...“ • Inhaltlich: Vermutungen über den Seelenzustand des Piloten: Es wird vermutet, dass er ins Kloster ging und dort die Glocken läutete, in die Schlinge sprang, wahnsinnig wurde und nachts von Gespenstern geplagt war. • 2. Strophe: wirkt wie eine Antithese • Aussage: „Nichts von alledem ist wahr“ • Pilot wurde vor einiger Zeit vor seinem Haus in einem Vorort gesehen • Garten des Hauses besitzt einige junge Hecken und Rosenbüsche, die aber noch nicht groß genug sind, um sich hinter ihnen verstecken zu können. „Gut zu sehen war das nackte Vorstadthaus“ (Z. 14, 15) und „Sehr gut erkennbar war er selbst“ (Z. 20). Die Zeilen 13, 14 bestätigen diese Aussage: „Das wächst nicht so schnell, dass sich einer verbergen könnte im Wald des Vergessens“ • „Wald des Vergessens“ stellt eine Metapher dar, die verdeutlichen soll, dass der Pilot sich nicht vor der Außenwelt verbergen kann und dass in absehbarer Zeit der Abwurf der Atombombe nicht vergessen wird • Pilot: glücklicher Familienvater mit junger Frau und zwei Kindern • scheinbare Idylle in den Zeilen 18, 19 bereits in Zweifel gezogen: „Der Knabe der auf seinem Rücken saß/und über seinem Kopf die Peitsche schwang“ • Peitsche als Spielzeug des Jungen, Mittel der gewaltsamen Züchtigung • Photograph hinter der Hecke: dokumentiert das Leben des Piloten durch seine Linse der Kamera für die Öffentlichkeit und wird somit „das Auge der Welt“ • Pilots Lachen nicht fröhlich und unbeschwert, sondern sein Gesicht ist „verzerrt vor Lachen“. • das Bild von einer glücklichen Familie scheint vorgetäuscht zu sein. • die Wörter „verbergen“ und „verzerrt“ verdeutlichen dies • Leser werden zum Nachdenken über diesen Sachverhalt gebracht. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 6 of 18 ODER AUFGABE 2 Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Hiroshima“ von Marie Luise Kaschnitz: (a) Analysieren Sie die Form des Gedichts (Metrum, Strophen, Reim, Kadenzen …). Das Gedicht besteht aus zwei Strophen mit acht und fünfzehn Versen und ist ein Prosagedicht. Es hat weder ein Reimschema, noch ein durchgängiges Metrum. (b) Beschreiben Sie die Vorstellungen der Menschen von dem Leben des Piloten in der ersten Strophe mit passenden Zitaten. Die Strophe drückt aus, dass die Menschen denken, dass der Bomberpilot von Hiroshima mit seinem Leben nicht klarkäme und „in Wahnsinn“ fiel (V. 6) Es wird auch angenommen, dass er Schuldgefühle habe und die Nähe zu Gott suche, da er „ins Kloster“ (V. 2) gegangen sei. Es wird vermutet, dass seine Schuldgefühle ihn in den Wahnsinn, sogar in den Selbstmord getrieben hätten: „sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich“. “Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich/Auferstanden aus dem Staub für ihn“ (V. 7/8) drückt aus, dass ihn die Gedanken an die Opfer nicht einmal im Schlaf loslassen und dass er von ihnen träumt. (c) Welcher Gegensatz ist in der zweiten Strophe zu erkennen? Die Wirklichkeit, die in der zweiten Strophe beschrieben wird, entspricht einer Antithese zur ersten Strophe, da sie im genauen Gegensatz zu den Vorstellungen der Öffentlichkeit steht. (d) Mit welchen poetischen Mitteln gelingt es dem lyrischen Ich, diesen Gegensatz deutlich zu machen? Mit der Metapher „im Wald des Vergessens“ im Vers 14 wird angedeutet, dass die Hecken und Rosenbüsche einen schützenden Wald darstellen könnten, hinter denen sich der Pilot verstecken könnte, sodass man den Piloten und seine Taten vergessen würde. Jedoch sind diese Rosenbüsche „zierlich“ und die Hecke „noch jung“ und somit ist dies unmöglich und die Familie bleibt „gut zu sehen“. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 7 of 18 (e) Interpretieren Sie die letzten vier Verse des Gedichts. „Das Gesicht/verzerrt vor Lachen“ (Vers 21/22) deutet darauf hin, dass der Pilot vorgibt, ein glücklicher und unbeschwerter Familienvater und Ehemann zu sein. Trotz seiner erzwungenen Heiterkeit scheint das Bild von einer glücklichen Familie vorgetäuscht zu sein. Der Versuch sich hinter Hecken zu verbergen, missglückt und gibt die Privatsphäre preis. Somit bleibt der Pilot für „das Auge der Welt“, welches als Symbol für die Öffentlichkeit steht, „sehr gut erkennbar“. (f) Ist dieses Gedicht noch heute relevant für die Gesellschaft? Nehmen Sie dazu Stellung. These mit passendem Argument ODER AUFGABE 3 Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichts „Nur zwei Dinge“ von Gottfried Benn (mind. 250 Wörter). • Das Gedicht „Nur zwei Dinge“, von Gottfried Benn geschrieben • der Leser wird aufgefordert, über den Sinn des Lebens nachzudenken • besteht aus drei Strophen, die jeweils einen Sinnabschnitt bilden • erste Strophe: vier Verse lang. In ihr wird eine Frage gestellt • zweiten Strophe: Antwort auf die Frage geht über fünf Verse • dritte Strophe: Erklärung, vier Verse lang • Rhythmusschema: wird der Wichtigkeit der Wörter angepasst, d.h. Betonungen auf wichtigen Wörtern oder Silben, um diese zu verstärken und zu betonen • Reimschema: größtenteils Kreuzreim, nur in Vers 7–8 in einen Paarreim umgewandelt • äußere Form steht im Dienste der Aussage des Gedichts: strukturiert, harmonisch und hilft der Verständlichkeit des Inhalts • erste Strophe: Das lyrische Ich ist durch viel „Form geschritten“ (V. 1). Es lernte seine Identität kennen – das „Ich“, dann das „Wir“ und zuletzt das „Du“ (V. 2) Doch für das lyrische Ich ist es nur eine Form, die man durchschreiten kann. Eine Problematik des Expressionismus wird aufgegriffen: der Identitätsverlust des Individuums. Egal in welcher „Form“ (V. 1) man sich befindet, es bleibt die „ewige Frage: wozu?“ (V. 4) • zweite Strophe: Die ewige Frage wird als „Kinderfrage“ (V. 5) betitelt. Im nächsten Vers wird der Leser erneut direkt mit „Dir“ (V. 6) angesprochen, da es eine allgemeingültige Existenzfrage ist. Dem lyrischen Ich und dir selber wird „erst spät“ (V. 6) bewusst, dass die Antwort auf die Frage „ertrage“ (V. 7) ist, was ernüchternd wirkt. Erst im neunten Vers wird konkret gesagt, was man ertragen soll: „dein fernbestimmtes: Du musst“ (V. 9) Es wird nicht gesagt, wer bestimmt. Es ist vielmehr die bereits angesprochene ungeheure Organisation von nicht durchschaubaren Mächten IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 8 of 18 • dritte Strophe: Vanitas-Motiv (Vergänglichkeit) durch Motive aus der Natur beschrieben: „was alles erblühte, verblich“ (V. 11). Alles noch so Schöne, und ehemals göttliche (Pantheismus), ist nicht von Dauer und vergeht. Es gibt nur zwei Dinge, die von Dauer sind: „die Leere und das gezeichnete Ich“ (V. 12–13) • Gottfried Benn zeigt auf, dass das Leben eigentlich sinnlos ist und es jedoch einen Weg gibt, es zu meistern: Man lernt es zu ertragen. ODER AUFGABE 4 Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Nur zwei Dinge“ von Gottfried Benn: (a) Analysieren Sie die Form des Gedichts (Metrum, Strophe, Reim, Rhythmus …) und beschreiben Sie, inwiefern der Aufbau zum Verständnis des Gedichts beiträgt. Das Gedicht besteht aus drei Strophen, die jeweils einen Sinnabschnitt bilden. Die erste Strophe ist vier Verse lang, die zweite fünf Verse lang und die dritte Strophe wieder vier Verse lang. Das Rhythmusschema wird der Wichtigkeit der Wörter angepasst. D.h. Betonungen entstehen auf wichtigen Wörtern oder Silben, um diese zu verstärken und zu betonen. Das Reimschema wird größtenteils beibehalten. Der Kreuzreim wird nur in Vers 7–8 in einen Paarreim umgewandelt. Die äußere Form trägt dazu bei, dem Inhalt besondere Bedeutung zukommen zu lassen, was das Verständnis erleichtert. (b) Benennen und zitieren Sie drei rhetorische Stilmittel aus dem Gedicht und erklären Sie ihre Wirkung. Vers 2 beinhaltet eine Anreihung der Personalpronomen: „durch Ich und Wir und Du“. Diese Anreihung verdeutlicht, dass der Mensch in seinem Leben unterschiedliche Formen durchwandert. Das Enjambement in Vers drei soll das „erlitten“ (V. 3) hervorheben. Auf die rhetorische Frage erwartet das lyrische Ich keine Antwort. Die Wirkung dieser Frage ist, dass der Leser sich ebenfalls die Frage stellt und somit angehalten wird, nach der Antwort zu suchen. Das Wort „Kinderfrage“ in Vers 5 verdeutlicht, dass diese Frage eine alte, banale ist, mit der wir uns über die Jahre bereits beschäftigt haben. Der Imperativ „ertrage“ in Vers 7 ist die Antwort und die Aufforderung an den Leser zugleich, der aus seinem fremdgesteuerten Dasein nicht entkommen kann. Die Anreihung der Substantive in Vers 8, „- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage“, ist eine Alliteration. Die drei Bereiche werden miteinander verbunden, obwohl sie inhaltlich im Kontrast zu einander stehen. In Vers 10 mit „Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,“ wird die Alliteration abgeändert wiederholt und bewirkt eine Anknüpfung an die zweite Strophe und leitet das Vanitas-Motiv ein. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 9 of 18 In Vers 11 wird das Motiv der „Vanitas“ durch „was alles erblühte, verblich,“ betont. Die Vergänglichkeit ist unvermeidlich. Im Vers 12 wird die Antwort wiederholt, doch sie unterscheidet sich wesentlich von dem Satz in der Strophe 2, wo nur von einem Ding die Rede war. Jetzt lautet der Vers: „es gibt nur zwei Dinge: die Leere“ und der zweite Teil der Antwort mit einem Zeilensprung in den letzten Vers versetzt: „und das gezeichnete Ich.“ Mit den Antithesen „erblühen“ (V. 10) und „verblich“ (V. 10) versucht Benn den Kontrast zwischen Leben und Tod zu veranschaulichen. (c) Ist dieses Gedicht typisch für die Epoche des Expressionismus? Begründen Sie Ihre Aussage anhand von im Gedicht anzutreffenden Epochenmerkmalen. Das Gedicht lässt sich thematisch gut in die Epoche des Expressionismus einordnen. Typisch sind für diese Epoche Merkmale wie der Glaubensverlust und das Gefühl der Fremdsteuerung, die zum Teil direkt benannt werden oder nur indirekt angedeutet werden. Allerdings ist das Vanitas-Motiv, das in der 3. Strophe vorkommt, eher ein Merkmal des Barock. (d) Wofür stehen die drei Motive in der 2. Strophe: der „Sinn“ (V. 7), die „Sucht“ (V. 7) und die „Sage“ (V. 7)? Erläutern Sie. Der „Sinn“ (V. 7), die „Sucht“ (V. 7) und die „Sage“ (V. 7) d) sind alle lebensprägende Motive, die in einer sonderbaren Satzstruktur im Gedicht vorkommen. Der „Sinn“ steht für Gefühle oder Wahrnehmungen, die „Sucht“ für die Triebe und die „Sage“ für etwas Mythisches oder gar Besonderes. Obwohl sie wichtige Motive sind, scheinen sie hier gleichwertig und monoton und verdeutlichen somit in gewisser Weise auch die Eintönigkeit der menschlichen Existenz. (e) Interpretieren Sie die Antwort des lyrischen Ichs auf die Frage „wozu“ im Gedicht und benutzen Sie dabei zur Veranschaulichung Ihrer Bewertung Beispiele aus dem Gedicht. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine banale „Kinderfrage“ (V. 5), die leicht zu stellen und zu erfassen ist, aber auf die eine Antwort schwer oder gar nicht zu geben ist. Das lyrische Ich versucht, sie trotzdem zu beantworten: „es gibt nur eines: ertrage – ob Sinn, ob Sucht, ob Sage – dein fernbestimmtes: Du musst.“ Es ist einerlei, welch Berufung oder welchen Lebensstil wir eingeschlagen haben, die Formen des Lebens beeinflussen uns zwar, aber wir müssten erkennen, wie wir durch die Lebensstationen wandern, dass unser Leben fremdgesteuert sei. Diese Entmachtung durch die fehlende Selbstbestimmung bezeichnet das lyrische Ich als „Leere“, da es sich verloren fühlt in der daraus entstehenden Monotonie des Lebens. Die Erkenntnis, dass das Leben auf den Tod hinauslaufe, wird verdeutlicht mit den Begriffen „Schnee“ (V. 9), „Rosen“ (V. 9) und „Meer“ (V. 9) und stellen eine parallele Struktur zu den lebensprägenden Motiven der vorherigen Strophe her. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 10 of 18 TEIL B: INTERPRETATION EINES UNBEKANNTEN GEDICHTS Wählen Sie eine der vier Aufgaben aus! Aufgabe 1 oder 2 (a/b/c/d/e/f) zu dem Gedicht „Am Turme“ von Annette von Droste-Hülshoff ODER Aufgabe 3 oder 4 (a/b/c/d/e/f) zu dem Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke AUFGABE 1 Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichts „Am Turme“ von Annette von Droste-Hülshoff (mind. 250 Wörter). • Titel: Am Turme • Autorin: Annette von Droste-Hülshoff • Epoche: Biedermeier • Deutungshypothese: Das Gedicht beschreibt die Sehnsucht einer jungen Frau, die sich nach dem abenteuerlichen Leben in der weiten Welt sehnt. Auf Grund der zu ihrer Zeit nicht vorhandenen Gleichberechtigung und Emanzipation der Frau bleibt dem lyrischen Ich dieser Wunsch jedoch unerfüllt. • Gedicht hat vier Strophen mit jeweils 8 Versen • Kreuzreim • es wechseln sich männliche und weibliche Kadenzen ab • vierhebiger Jambus • Strukturell kann man nach der dritten Strophe eine Zäsur erkennen, da die ersten drei Strophen miteinander verbunden sind: Die zweite und dritte Strophe beginnen jeweils mit einem „Und“ und schließen somit an die vorhergehende an. • erste Strophe: In der ersten Strophe beschreibt das lyrische Ich eine Ausgangsposition: „Ich steh auf hohem Balkone am Turm“(V1), „Umstrichen vom schreienden Stare“(V2), „gleich einer Mänade mit flatternden Haare“, fühlt sich das lyrische Ich innerlich aufgewühlt, unzufrieden und eingeengt. Es sehnt sich nach Abenteuern und Freiheit. • zweite Strophe: Strukturell der ersten Strophe gleichend, beschreibt das lyrische Ich wieder seine Eindrücke seiner Umgebung, diesmal jedoch mit dem Blick in die Tiefe, wo das Wasser braust, „so frisch/Wie spielende Doggen, die Wellen/ Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch,/Und glänzende Flocken schnellen.“ (V. 10–12). Es möchte hineinspringen, wiederum ein Zeichen der Begierde nach Freiheit empfindend. • dritte Strophe: In der ersten Hälfte der dritten Strophe wiederholt sich die gleiche Struktur. Wieder sehnt sich das lyrische Ich nach Abenteuer und wünscht sich nun Selbstbestimmung und Freiheit: „O, sitzen möcht ich im kämpfenden Schiff, Das Steuerruder ergreifen“ (V. 21–22). IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 11 of 18 • vierte Strophe: Die vierte Strophe unterscheidet sich in der Struktur von den vorherigen, da sie eine umgekehrte Version bietet: Die Strophe beginnt mit dem Wunschdenken „Wäre ich ein Jäger auf freier Flur, ein Stück nur von einem Soldaten, Wär‘ ich ein Mann doch mindestens nur“ (V. 25–27) und endet mit der Erkenntnis des Ist-Zustandes, dass die Konsequenzen zu schwerwiegend wären. Ohne Gleichberechtigung „(So) würde der Himmel mir raten; Nun muss ich sitzen so fein und klar, gleich einem artigen Kinde,“ (V. 28–30), kann das lyrische Ich den einengenden Normen nur heimlich für eine kurze Weile entkommen: „Und darf nur heimlich sein Haar flattern lassen.“ Häufiger Gebrauch von Anaphern: „O wilder Geselle, o toller Fant“ (V. 5); und Vergleichen mit wie und gleich, die die Sehnsucht nach Freiheit („Und lass' gleich einer Mänade den Sturm/ Mir wühlen im flatternden Haare“, „Gleich einem artigen Kinde, Und darf nur heimlich lösen mein Haar“) verdeutlichen. Noch heute ist die Emanzipation der Frau abhängig von den Traditionen und der Kultur des Landes. ODER AUFGABE 2 Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Am Turme“ von Annette von Droste-Hülshoff: (a) Analysieren Sie Form und Metrum des Gedichts (Strophen, Reim, …). Gedicht hat vier Strophen mit jeweils 8 Versen; Kreuzreime; Wechsel von männlichen und weiblichen Kadenzen; vierhebiger Jambus (b) Verdeutlichen Sie, in welcher Situation sich das lyrische Ich in dem Moment befindet. Die Situation, in der sich das lyrische Ich befindet, ist die einer Person, die sich unfrei und beengt fühlt und sich nach Abenteuer, Freiheit und Selbstbestimmung sehnt. (c) Belegen Sie anhand der Beschreibungen in den Versen 1 bis 4 den Seelenzustand des lyrischen Ichs. Im Vers 1 wird erzählt, dass sich das lyrische Ich auf „hohem Balkone am Turm“ stehe und sich aufgewühlt, unzufrieden und beunruhigt wie die „schreienden Stare“ fühle. Es wünscht sich Abenteuer wie eine „Mänade“ im „Sturm“ und lässt sein Haar im Wind flattern. (d) Inwiefern unterscheidet sich die vierte Strophe in der Grammatik von den ersten drei Strophen? Welche Wirkung wird damit erreicht? Die ersten drei Strophen sind miteinander durch Anaphern verbunden, da sie jeweils mit einem „Und“ oder einem „O“ an die vorhergehende anschließen. Doch die vierte Strophe führt diese Struktur nicht fort, womit eine Zäsur gesetzt wird. Außerdem wird die Strophe im Vergleich zu den anderen in der inhaltlichen Form umgedreht, da sie diesmal mit dem Wunsch beginnt und der Erkenntnis der realen Zustände endet. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 12 of 18 (e) Inwiefern werden sprachlich das Wunschdenken und die Realität, die das lyrische Ich erlebt, in den ersten drei Strophen voneinander abgehoben? Erklären Sie mit einem Beleg aus der dritten Strophe. Das Wunschdenken und die Realität werden sprachlich mit Hilfe des Indikativs und des Konjunktivs deutlich voneinander abgegrenzt. In der ersten Hälfte der zweiten Strophe beschreibt das lyrische Ich die Realität, in der es sich zu der Zeit des Gedichts befindet im Indikativ: „Und drüben seh ich ein Wimpel wehn/ So keck wie eine Standarte,/ Seh auf und nieder den Kiel sich drehn/ Von meiner luftigen Warte;“. In der zweiten Hälften der dritten Strophe beschreibt es den vergeblichen Wunsch im Konjunktiv: „O, sitzen möcht' ich im kämpfenden Schiff,/ Das Steuerruder ergreifen,/ Und zischend über das brandende Riff/ Wie eine Seemöwe streifen“. (f) Nennen Sie ein weiteres sprachliches Mittel und zeigen Sie, wie es zur angestrebten Gesamtstimmung beiträgt. Anapher: „O wilder Geselle, o toller Fant“ (V. 5); Alliteration: „Sehne an Sehne“ (V. 7) Bewirkt die Beschleunigung des Gedichtes durch die Verknüpfung der Worte Vergleiche mit wie und gleich verdeutlichen die Sehnsucht nach Freiheit („Und lass' gleich einer Mänade den Sturm/ Mir wühlen im flatternden Haare“, „Gleich einem artigen Kinde, Und darf nur heimlich lösen mein Haar“). IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 13 of 18 ODER AUFGABE 3 Interpretieren Sie das Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke. • Autor: Rainer Maria Rilke • Titel „Der Panther“ • Epoche: Dinggedicht aus der Epoche des Symbolismus • Deutungshypothese: in dem Gedicht geht es um ein gefangen gehaltenes Tier, das äußerlich noch das zu sein scheint, was es einmal war, innerlich jedoch nicht mehr am Leben ist • drei Strophen mit jeweils einem Satz, der sich über vier Verse erstreckt • Versmaß ist ein fünfhebiger Jambus, mit einziger Ausnahme im letzten Vers, der nur aus einem vierhebigen Jambus besteht • Kreuzreim (abab, cdcd, efef) • Das lyrische Ich tritt hier völlig in den Hintergrund und dient nur dazu, den Gegenstand der Betrachtung zu beschreiben. • In der ersten Strophe wird der ermüdete Blick des Tieres beschrieben, das hinter den Gitterstäben, die es umschließen, nichts mehr wahrnehmen kann. Seine Welt besteht nur noch aus dem Käfig. • Der Sprecher beschreibt in der zweiten Strophe die Attribute des Tieres: es hat einen geschmeidigen Gang voller Kraft. Seine Willenskraft scheint betäubt. • In der dritten Strophe wird die Wahrnehmung des Tieres beschrieben. Es nimmt zwar von Zeit zu Zeit etwas wahr, jedoch erzielen die Bilder keine Wirkung in ihm, da es nicht mehr reagieren kann. • In der ersten Strophe gibt es die dreimalige Wiederholung von „Stäbe“ (V. 1, 4, 5) und zugleich eine ä – Assonanz „hält“ (V. 2), „gäbe“ (V. 3). • Durch die Repetitio und die Assonanz folgt, dass der Text in langsamem Tempo gelesen werden muss. Dies bewirkt einen verstärkten Eindruck der Eintönigkeit der Gefangenschaft. • Personifikation der Stäbe in dem ersten Vers: Hier wird vom „Vorübergehn der Stäbe“ gesprochen. Tatsächlich wird dieser Vorgang jedoch durch die Bewegung des Panthers ausgelöst. Durch dieses Stilmittel wird die Passivität des Panthers hervorgehoben und dies deutet auf seine Abhängigkeit von der Umwelt hin. (Ein gefangenes Tier ist auf Hilfe von außen, wie z. B. Fütterung, angewiesen.) Der Panther ist also vollständig von der Außenwelt bestimmt und deshalb wirkt es auch so, als ob die Stäbe – und nicht er selbst – sich bewegen würden. • Auch der Blick des Panthers ist personifiziert. Er ist „so müd geworden, dass er nichts mehr hält“ (V. 2). • Das Adverb „müde“ zeigt an, dass sich das Tier schon lange in dem beschriebenen Zustand befindet. • Alliteration: „Gang“, „geschmeidig“. Durch das Adjektiv „geschmeidig“ wird im Leser das Bild eines anmutigen Tieres hervorgerufen. • Der Superlativ „im allerkleinsten Kreise“ (V. 6) soll den Kontrast zwischen dem Panther, der für ein Leben in Freiheit geschaffen ist, und dem Eingesperrtsein verdeutlichen. • Der Vergleich „wie ein Tanz von Kraft“ (V. 7) soll die Vorstellung eines mächtigen Panthers hervorrufen. Der Tanz steht allgemein für Lebensfreude und Gefühlsausdruck. Hier wird die potentielle Kraft, die in dem Tier steckt, deutlich. • Das Paradoxon „betäubt ein großer Wille“ (V. 8) steht für die Unterdrückung der Lebenskraft des Panthers. • Die Metapher „der Vorhang der Pupille“ (V. 9) steht für das fehlende Bewusstsein des Tieres in der Gefangenschaft. Durch das Auge werden die visuellen Eindrücke aus der Umgebung wahrgenommen. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 14 of 18 • Im V.10 gibt es eine weitere Personifikation: „Dann geht ein Bild hinein“ steht ebenfalls für die Passivität des Panthers. Dinge um ihn herum geschehen nur noch, er selbst scheint darauf keinen Einfluss zu haben. • Die Metapher „Herz“ in V. 12 steht hier für das ganze Lebewesen, in dem das Bild „zu sein“ aufhört. Der Eindruck von außen löst in dem Tier keine Reaktion aus, da er sein Inneres überhaupt nicht erreicht. • Die Bewegung des Panthers: das Tier bewegt sich unablässig mit „weiche(m) Gang“ (V. 5). Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass in dem Gedicht der Zustand der Gefangenschaft auf eindrucksvolle Weise geschildert wird. ODER AUFGABE 4 Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke: (a) Analysieren Sie Form und Metrum des Gedichts (Strophen, Reim, …). 3 Strophen mit jeweils einem Satz, der sich über vier Verse erstreckt. Versmaß in dem Gedicht ist ein fünfhebiger Jambus, mit einziger Ausnahme im letzten Vers, der nur aus einem vierhebigen Jambus besteht Kreuzreim (abab, cdcd, efef) (b) In den drei Strophen beschreibt der Betrachter unterschiedliche Aspekte des Panthers. Zeichnen Sie diese auf und belegen Sie sie mit passenden Beispielen aus dem Gedicht. In der ersten Strophe wird der ermüdete Blick des Tieres beschrieben. Er ist hinter den Gitterstäben gefangen, dreimalige Wiederholung von „Stäbe“ (V. 1, 4, 5) und kann nichts mehr wahrnehmen. Seine Welt besteht nur noch aus der Bewegung und dem Käfig. Der Sprecher beschreibt in der zweiten Strophe die Attribute des Tieres: es hat einen geschmeidigen Gang voller Kraft. Jedoch geht es durch seine Gefangenschaft nur im Kreis und seine Willenskraft scheint betäubt. In der dritten Strophe wird die Wahrnehmung des Tieres beschrieben. Es nimmt zwar von Zeit zu Zeit etwas wahr, jedoch erzielen die Bilder keine Wirkung in ihm, da es nicht mehr reagieren kann. Die Repetition und die Assonanz bewirken, dass der Text in langsamen Tempo gelesen wird. Dies bewirkt einen verstärkten Eindruck der Eintönigkeit der Gefangenschaft. (c) Beschreiben Sie die Wirkung der Personifikation der „Stäbe“ im ersten Vers. durch die Personifikation wird die Passivität des Panthers hervorgehoben und dies deutet auf seine Abhängigkeit von der Umwelt hin. (d) Welche Vorstellung soll der Vergleich „... wie ein Tanz von Kraft ...“ (V. 7) hervorrufen? Der Vergleich „wie ein Tanz von Kraft“ (V. 7) soll die Vorstellung eines mächtigen Panthers hervorrufen. Der Tanz steht allgemein für Lebensfreude und Gefühlsausdruck. Hier wird die potentielle Kraft, die in dem Tier steckt, deutlich. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 15 of 18 (e) Nennen Sie zwei weitere Stilmittel im Gedicht und beschreiben Sie ihre Wirkung. Das Adverb „müde“ zeigt an, dass sich das Tier schon lange in dem beschriebenen Zustand befindet. Der Ausdruck „dass er nichts mehr hält“ (V. 2) ist schon eine Vorausdeutung auf die dritte Strophe. Alliteration: „Gang“, „geschmeidig“. Durch das Adjektiv „geschmeidig“ wird im Leser das Bild eines anmutigen Tieres hervorgerufen. Durch die Beschreibung dieser eleganten Bewegung wird der Kontrast zu der Gefangenschaft weiter verstärkt. Der Superlativ „im allerkleinsten Kreise“ (V. 6) soll den Kontrast zwischen dem Panther, der für ein Leben in Freiheit geschaffen ist, und dem Eingesperrtsein verdeutlichen. Der Vergleich „wie ein Tanz von Kraft“ (V. 7) soll die Vorstellung eines mächtigen Panthers hervorrufen. Der Tanz steht allgemein für Lebensfreude und Gefühlsausdruck. Hier wird die potentielle Kraft, die in dem Tier steckt, deutlich. Das Paradoxon „betäubt ein großer Wille“ (V. 8) steht für die Unterdrückung der Lebenskraft des Panthers. Die Metapher „der Vorhang der Pupille“ (V. 9) steht für das fehlende Bewusstsein des Tieres in der Gefangenschaft. Durch das Auge werden die visuellen Eindrücke aus der Umgebung wahrgenommen. Das „Fenster der Seele“ ist hier jedoch durch einen Vorhang verhängt. Die Metapher verdeutlicht also, dass den Betrachtern des Panthers dessen Innenleben verborgen bleibt. Ebenso kann dieser nichts von seiner Außenwelt wahrnehmen. (f) Interpretieren Sie, was die Freiheitsberaubung für den Panther bewirkt hat und welche Assoziation dieses Bild zum Thema „Gefangensein“ in Ihnen erweckt. Alle sinnvollen und relevanten Antworten der Schüler sind richtig. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 16 of 18 ABTEILUNG 4 FRAGEN ZU TEXTEN ODER ZU BILDERN Aufgabe 4.1: Beschreiben und interpretieren Sie die Karikatur! (Abb. 1) Beschreibung: Man sieht auf dieser Karikatur von Thomas Plaβmann im Vordergrund auf der linken Seite des Zimmers, einen kleinen Jungen über seine Schulaufgaben gebeugt schwitzen. Er schafft kaum das Arbeitspensum, was man an seinen Augen erkennen kann, die übertreten. Hinter ihm steht eine Frau/seine Mutter am Fenster und beobachtet ein Nachbarskind und sagt vorwurfsvoll und abwertend: „Moritz spielt schon wieder im Garten! Meine Güte! Was soll bloß mal aus dem Jungen werden!!“ Interpretation: Die Tatsache, dass der Junge Moritz im Garten spielt, ist eine typische und natürliche Gewohnheit eines Kindes und ist Teil seiner gesunden Entwicklung zum Erwachsenen, denn beim Spielen bewegt man sich draußen an der frischen Luft, benutzt seine Phantasie und erlernt wichtige Fähigkeiten für das Leben, wie soziale Kompetenzen, effektive Kommunikation etc. Die Aussage der Frau/Mutter im Bild wirkt somit ironisch, denn ihr Kind, das nichts Anderes als Schule zu erleben scheint, sieht sehr ungesund aus. Der Betrachter kann sehen, dass dieses übertriebene Arbeiten eher krank macht, denn der Junge leidet eindeutig und es fehlen ihm die sozialen Kontakte. Zum Spielen hat er keine Zeit und somit auch keine Chance, soziale Kompetenzen zu entwickeln, die er ebenfalls benötigt, um erfolgreich zu sein. Aufgabe 4.2: Bearbeiten Sie die Aufgaben zu folgender Karikatur (Abb. 2) (a) Beschreiben Sie die Karikatur. Die Karikatur von Klaus Stuttmann trägt den Titel „Wohnraumbeschaffung durch Cannabislegalisierung!“ Der Betrachter sieht in dem Bild ein Wohnzimmer abgebildet, in dem es keinen Platz mehr gibt, da überall Cannabis-Pflanzen in Töpfen wachsen und durch zwei Hängelampen mit Licht versorgt werden. In der offenen Tür zum Zimmer stehen ein ungepflegt aussehender Mann und eine Frau, die erfreut ausschauen und der Mann sagt: „Dann kann ich mein Wohnzimmer wieder ganz normal nutzen!!“ (b) Welche Wirkung hat die Karikatur auf Sie? Erläutern Sie. Der Schüler soll die Wirkung mit passenden Argumenten beschreiben. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 17 of 18 Aufgabe 4.3: Fragen zur Graphik (Abb. 3) (a) Worum geht es in dieser Graphik genau? Es geht um die empfundene Meinungsfreiheit in Deutschland. (b) Wer schränkt in Deutschland die Meinungsfreiheit laut der Nein-Sager am meisten ein? Das direkte Umfeld (die Gesellschaft). (c) Welchen Aspekt finden Sie persönlich besonders interessant? Begründen Sie Ihre Meinung. Zum Beispiel: Interessant finde ich, dass sich die 14- und 35-Jährigen vor allem durch die Gesellschaft sowie durch die deutsche Regierung und offizielle Stellen kontrolliert fühlen, da ich der Meinung bin, dass in Deutschland besonders die Regierung und offizielle Stellen als Wächter der Freiheit fungieren und die deutsche Gesellschaft insgesamt sehr tolerant und offen ist und ich somit davon ausging, dass sie dem Einzelnen mehr Freiheit einräumen. Dies scheint jedoch nicht die allgemein verbreitete Meinung in Deutschland zu sein. (d) Wievele Personen wurden befragt? 1 002 Personen zwischen 14–35 Jahren wurden befragt. (e) Wann wurde die Befragung durchgeführt? Am. 11.4.2016 wurde sie durchgeführt. (f) Beschreiben Sie in eigenen Worten das Ergebnis des Kreisdiagramms, das das Ergebnis der ersten Frage der Umfrage beschreibt. Die Farbe blau im Kreisdiagramm stellt die 65,9% der Befragten da, die der Meinung sind, dass ihre Meinungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Die Farbe rot im Kreisdiagramm stellt die 34,1% der Befragten da, die sich in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen. (g) Wer schränkt laut aller Befragten, die mit „ja“ geantwortet haben, die Meinungsfreiheit am weningsten ein? Niemand. IEB Copyright © 2018 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I – MARKING GUIDELINES Page 18 of 18 ABTEILUNG 5 SYNTHESE, KORREKTUREN ETC. Aufgabe 5.1: Benennen Sie die folgenden Adverbialsätze. (a) Konzessivsatz (b) Temporalsatz (c) Kausalsatz Aufgabe 5.2: Setzen Sie die richtigen Konjunktivformen in den Satz ein. (a) schaue (b) führe sich auf Aufgabe 5.3: Finden und verbessern Sie die 10 Fehler im folgenden Text. Taki – Erfinder der Graffiti Zeile 2: Jahrhundertst Zeile 4: Spitznamen Zeile 7: hinterließ Zeile 8: Artikel Zeile 9: dass Zeile 9: seinem Zeile 10: unzugänglichen Zeile 11: Filzstifte Zeile 12: erlaubten Zeile 15: Achtzigerjahren Total: 100 Punkte IEB Copyright © 2018

Published documents with matching subject and grade metadata.

Matched using subject, grade, language, document type and exam metadata.

More from Grade 12 German HL

Explore more published documents in this catalogue.

View all