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NATIONAL SENIOR CERTIFICATE EXAMINATION
STATE 2017
GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I
Zeit: 2 Stunden 70 Punkte
LESEN SIE DIE FOLGENDEN ANWEISUNGEN BITTE SORGFÄLTIG DURCH
1. Dieser Prüfungsbogen hat 10 Seiten. Überprüfen Sie bitte, ob Ihr Exemplar
vollständig ist.
2. Dieser Prüfungsbogen hat drei Abteilungen:
A. Textverständnis (Comprehension)
B. Inhaltszusammenfassung (Summary)
C. Sprache und Grammatik (Language)
3. Lesen Sie die Aufgaben sorgfältig durch.
4. Nummerieren Sie Ihre Antworten in der gleichen Reihenfolge wie die Aufgaben.
5. Leserliche Schrift und saubere Darstellung dienen Ihrem eigenen Interesse.
6. Alle Antworten müssen in das dafür vorgesehene Heft eingetragen werden.
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German HL P1 (State) 2017 hlayiso.com
German HL · Grade 12 · 2017. Question paper, 10 pages. Read online or download the PDF.
- Subject
- German HL
- Grade
- Grade 12
- Document type
- Question paper
- Year
- 2017
- Paper
- 1
- Publisher
- IEB
- Pages
- 10
- File size
- 1.2 MB
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NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER I Page 2 of 10
TEIL A TEXTVERSTÄNDNIS (COMPREHENSION)
500 Jahre Reformation
Am Anfang war das Geld
Martin Luther verabscheute Reliquienkult1. 500 Jahre nach dem Thesenanschlag ist der
Reformator selbst sein größtes Opfer. Eine Reise durch das „Hallelujahr“ voller Kommerz.
Von Willi Winkler 5
Wolfsburg
Am Nachmittag des 5. Dezember rollt ein 16,5 Meter langer, 2,54 Meter breiter und 4,02
Meter hoher märchenblauer Bus auf den Hollerplatz in Wolfsburg. Der Weihnachtsmarkt
ist nur einen Christbaumkugelwurf entfernt, Plastikgeschnitztes aus fernen Ländern
konkurriert mit dampfendem Glühwein, die Rhythmusmaschine bringt – bumm, bumm, 10
bumm – ein altes Lied über Lautsprecher auf Tempo: „O du fröhliche, o du selige, gna-
däään-brin-gän-de Weihnachtszeit...“. Stimmung überall, wer kann, der flieht.
Der Bus bleibt und bringt eine ungewöhnliche Botschaft: Euch ist der Luther geboren! Das
ist zwar schon etwas länger her, aber wer weiß davon schon? […] Doch in Eisleben, der
Stadt, in der Martin Luther 1483 geboren wurde und 1546 starb, rechnen sich nur mehr 15
sieben Prozent der Einwohner zur protestantischen Kirche, bundesweit sind es immerhin
knapp 28 Prozent (Stand Ende 2014). Die wenigsten davon sind Kirchgänger, noch
weniger wissen von ihrem Gründer Martin Luther mehr, als dass er vor einem halben
Jahrtausend ein Blatt Papier an eine Kirchentür in Wittenberg nagelte und damit die
Reformation auslöste. 20
Das darf so nicht bleiben, und darum ist im Auftrag der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) das blaue Mobil ins wenig wirtliche Wolfsburg gekommen. […]
Jetzt also Wolfsburg Autostadt. […] Dass hier Hitlers Versprechen auf ein Auto für alle
Volksgemeinschaftsdeutschen eingelöst werden sollte, weiß der busreisebegleitende Blog
natürlich nicht: Die Stadt sei 1938 gegründet worden, heißt es geschichtsneutral, „um 25
Wohnraum für Arbeiter zu schaffen“. Das ist richtig, verbirgt aber den wahren Grund für
den wenig spirituellen Boxenstopp: Volkswagen ist „Jubiläumspartner“ des
Reformationsjahres, das am 31. Oktober 2017 ihren Abschluss und Höhepunkt erreichen
soll, genau fünfhundert Jahre nach dem Thesenanschlag. […]
Wittenberg 30
In Wittenberg, 200 Kilometer weiter östlich, müsste dieser Motor besonders laut
brummen. Ehrfürchtig stehen die Pilger aus der ganzen Welt vor der wieder einmal
renovierten Bronzetür der Schlosskirche. Ob die 95 Thesen zum Ablass überhaupt je
angeschlagen wurden, ist sehr fraglich, auf jeden Fall wehte der Weltgeist damals durch
Wittenberg, eine kleine Universitätsstadt am Rande der bewohnten Welt und plötzlich 35
Mittelpunkt des Weltgeschehens.
Im Luther-Hotel in Wittenberg wohnte Luther nie, aber das lässt sich mit dem
Arrangement2 „Luther für Eilige“ verschmerzen: Übernachtung/Frühstück plus eine
fettreiche Brotzeit. Für den größeren Hunger bietet sich „Luthers Fraß“ an, ein
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sogenanntes Tischbuffet ab zehn Personen, das der ungesunden Ernährung von vor 40
fünfhundert Jahren doch recht nahe kommen dürfte. Nur den Luther-Likör und das
Luther-Pils gab es damals noch nicht. Wahrscheinlich sind sie deshalb nicht im Preis
inbegriffen. Knapp vor dem ehemaligen Augustinerkloster, in dem Luther lebte, ist die
„Original Luther-Socke“ zu haben. Aber wie original ist sie? Trug er sie 1511 auf dem Weg
nach Rom oder erst im Ehebett? Hat sie Frau Käthe etwa nicht regelmäßig gewaschen und 45
hat sich gar sein Schweiß darin erhalten?
Nach Luthers Tod fanden sich im ganzen Land Luther-Becher, Luther-Ringe, Luther-Löffel,
es lutherte bald so heftig, dass es zu Spontanheilungen kam und Luther-Bildnisse bei dem
ganzen altkatholischen Treiben in Tränen ausbrachen. Doch nie aber gab es so viele
Luther-Devotionalien3 wie jetzt. Der Connaisseur4 hat die Wahl zwischen 50
Reformationsbrötchen, Martinsschneekugeln und Luther-Comics und wird doch nie genug
bekommen. Das laufende „Hallelujahr“, wie es im Ernst heißt, lässt sich offenbar nur mit
einem „fantastischen Jubiläums-Set“ aus Armbanduhr und Gedenkmünze ertragen, die
Auflage streng begrenzt auf exklusive 250 000 Stück, aber wie der ganze andere
Reformationskrempel versehen mit dem halbamtlichen Signet5 „Luther 2017“ und der 55
schamlosen Behauptung „Am Anfang war das Wort“. Für den schlichteren Geschmack gibt
es 7,5 Zentimeter groß einen Luther von Playmobil, auch er so freundlich von der EKD
abgesegnet, dass er sich fünfhunderttausend Mal verkaufen konnte.
Nein, am Anfang der Reformation, das geht in dem ganzen Jubiläumsjubel unter, stand
nicht das Wort, sondern das Geld, und da steht es wieder. […] Wie es dazu kam, wie der 60
größte Rebell der deutschen Geschichte, der keinem dienen wollte außer Gott, sich und
die Seinen der weltlichen Obrigkeit unterstellte, bleibt auch im Wolfsburger Bus
ungeklärt.
719 Wörter
[Quelle: <http://www.sueddeutsche.de/kultur/jahre-reformation-am-anfang-war-das-geld-1.3331995>
Veröffentlicht: 13. 01. 2017; zugegriffen: 18. 01. 2017]
Worterklärungen:
1
Reliquienkult – ist die oft (als übermäßig angesehene) Verehrung eines religiösen Gegenstandes,
z.B. eines Körperteils oder Teils des persönlichen Besitzes eines Heiligen oder
einer wichtigen Person
2
Arrangement – Übereinkunft, etwas geschmackvoll Zusammengestelltes, eine organisierte
Vorbereitung
3
Devotionalien – Gegenstände, die eine religiöse Bedeutung haben (und die man kaufen kann, z.
B. Kreuze, Heiligenbilder usw.)
4
Connaisseur – (frz. connaître, kennen) bezeichnet einen Kenner, insbesondere im kulinarischen
und im künstlerischen Bereich
5
Signet – ist ein visuelles Zeichen, Wiedererkennungswert ist ein wichtiges Kriterium für die
Signetgestaltung
Fragen zum Text:
(a) Was ist im Zusammenhang mit dem Reliquienkult mit der Aussage gemeint,
dass „der Reformator selbst sein größtes Opfer“ (Zeile 3f.) sei? (2)
(b) Welche satirischen Ansätze kann man in den Aussagen „märchenblauer
Bus“, „einen Christbaumkugelwurf entfernt“ und „Plastikgeschnitzes
aus fernen Ländern“ (Zeile 8f.) erkennen? Warum stehen diese Aussagen
am Anfang des Haupttextes? (4)
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(c) Was soll mit der Aussage „Stimmung überall, wer kann, der flieht“
(Zeile 12) verdeutlicht werden? (3)
(d) Was möchte der Autor mit dem Gegensatz in folgenden Sätzen aussagen:
„Euch ist der Luther geboren!“ „Doch in Eisleben, der Stadt, in der
Martin Luther 1483 geboren wurde und 1546 starb, rechnen sich nur
mehr sieben Prozent der Einwohner zur protestantischen Kirche,
bundesweit sind es immerhin knapp 28 Prozent (Stand Ende 2014).“
(Zeile 13ff.)? (3)
(e) Luther hat sicherlich niemals „ein Blatt Papier an eine Kirchentür in
Wittenberg“ (Zeile 19) genagelt. Warum verwendet der Autor diese
Begriffe und was möchte er damit ausdrücken? (2)
(f) Warum wird im dritten Absatz die Alliteration, dass der Bus „ins wenig
wirtliche Wolfsburg“ (Zeile 22) gekommen sei, verwendet und worauf wird
durch „wenig wirtlich“ angespielt? (3)
(g) Warum verwendet der Autor den Begriff, dass die Pilger „vor der wieder
einmal renovierten Bronzetür“ (Zeile 32f.) stünden? (1)
(h) Warum befasst sich der Autor so ausführlich mit der im Text
angesprochenen „Original Luther-Socke“ (Zeile 44)? (2)
(i) Erklären Sie bitte folgende Aussage und erläutern Sie, was der Autor damit
verdeutlichen möchte: „Es lutherte bald so heftig, dass es zu
Spontanheilungen kam und Luther-Bildnisse bei dem ganzen
altkatholischen Treiben in Tränen ausbrachen“ (Zeile 48f.). (4)
(j) Was möchten die Veranstalter der Reformationsfeierlichkeiten mit dem
Begriff „Hallelujahr“ (Zeile 52) ausdrücken? Verdeutlichen Sie dabei, wie
und warum das Wort gebildet wurde. (3)
(k) Fassen Sie kurz zusammen, was der Autor im vorletzten Absatz des Textes
mit seinen Ausführungen über den „Reformationskrempel“ (Zeile 55)
aussagen möchte. (3)
[A Gesamt: 30 Punkte]
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TEIL B INHALTSZUSAMMENFASSUNG (SUMMARY)
Warum Kinder Religionsunterricht bekommen müssen
Von Juno Vai
Üble Indoktrination oder notwendiges Weltwissen? In Deutschland dürfen sich Kinder aus
dem Religionsunterricht ausklinken. Das ist ein großer Fehler.
Neulich im Gymnasium: Der Klassenlehrer meines Sohnes hatte Kinder und Eltern der 5a 5
zum Grillen geladen. Beladen mit Tonnen üppig marinierter Fleischlappen trudelten Väter
und Mütter ein, beäugten sich zaghaft, lernten sich kennen, checkten, mit welchem
Elternteil man langfristig wohl mehr als drei Worte wechseln könne. Ich war gerade im
Gespräch mit Lehrer Meyer, als eine kurzgewachsene, blonde Frau mit Pferdeschwanz auf
ihn zustürzte und gleich zur Sache kam: „Wie kann ich meinen Sohn möglichst schnell vom 10
Religionsunterricht befreien?“, fragte sie mit osteuropäischem Akzent. „Wissen Sie, wir
sind nicht wie Sie, wir sind orthodox, das ist ganz anders.“ Lehrer Meyer, ein Veteran kurz
vor der Rente, erklärte ihr gelassen, wo sie einen Antrag stellen könne. Sehr schön,
befand die Frau, Mathe statt Religion sei doch eine ideale Alternative. Ich war verwirrt.
Wieso können Kinder einfach dem Religionsunterricht fernbleiben? Und was bitte hat der 15
eigene Glaube damit zu tun?
Fundamentalistische Positionen erkennen
„Es geht doch im Religionsunterricht nicht um Mission, sondern um Information, um
Weltwissen“, warf ich genervt ein. „Die Kinder lernen etwas über das Christentum, aber
doch auch über andere Religionen, damit sie sich kritisch damit auseinandersetzen 20
können.“ Und das sei ja wohl heute nötiger denn je, wo Fundamentalisten, Extremisten
und Scharlatane allerorts religiöse Schriften missbrauchten, um junge Leute für obskure
Missionen zu rekrutieren. Oder? […]
Auseinandersetzung statt Fernbleiben
Ich erinnere mich, dass es an meinem Gymnasium die Möglichkeit gab, Philosophie statt 25
Religion zu belegen, was ich mit Begeisterung getan habe. Der Unterricht stellte sich als
riesige Bereicherung dar – für mein Verständnis von Geschichte, Didaktik und Rhetorik,
aber auch, weil er mich die Fähigkeit zum Diskurs gelehrt hat.
Am Gymnasium meiner Kinder gibt es keinen Philosophie-Unterricht. Das liegt nicht am
Unwillen der Leitung, sondern an der Tatsache, dass entsprechende Lehrkräfte fehlen und 30
die Schule notorisch unterfinanziert ist. Die Frage lautet also: Religion oder Belegung
eines anderen Fachs in einer Parallelklasse. Es mag Eltern geben, die Letzteres als
Best-Case-Variante, weil Gratis-Nachhilfestunde in Mathe betrachten. Für mich
unterscheidet sich ein religiös motiviertes Kneifen vorm Religionsunterricht letztlich in
nichts von dem Verhalten muslimischer Eltern, die ihrer Tochter verbieten, am Sport- 35
oder Schwimmunterricht teilzunehmen.
Schule bedeutete auch, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die einem unangenehm
oder lästig sind. Es ist nicht nur ein falsches pädagogisches Signal, religionskritischen oder
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andersgläubigen Schülern das Fernbleiben vom Religionsunterricht zu erlauben. Es macht
auch den Diskurs zwischen den Schülern um einiges ärmer. Diskutieren, debattieren, sich 40
aneinander reiben, um dadurch zu einer eigenen Meinung zu gelangen – das sind
urdemokratische Prozesse. Die Fähigkeit dazu muss in der Schule geübt werden. Auch
oder gerade anhand so emotional besetzter Themen wie dem Glauben.
Liebe Eltern, wie stehen Sie zum Religionsunterricht? Mails an mich. Danke!
458 Wörter
[Quelle: <http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/warum-kinder-religionsunterricht-
bekommen-muessen-a-1115525.html> Veröffentlicht: 09. 10. 2016; zugegriffen: 11. 02. 2017]
Fassen Sie obigen Text mit dem Titel „Warum Kinder Religionsunterricht
bekommen müssen“ in eigenen Worten so zusammen, dass er auf etwa ein
Drittel der ursprünglichen Länge reduziert ist!
[B Gesamt: 10 Punkte]
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TEIL C SPRACHE UND GRAMMATIK (LANGUAGE)
Bearbeiten Sie bitte alle Aufgaben!
Aufgabe C1: Beschreiben und interpretieren Sie eine der beiden folgenden
Karikaturen.
Abb1:
[Quelle: <http://www.spiegel.de/fotostrecke/cartoon-des-tages-fotostrecke-142907-3.html>]
Oder
Abb2:
[Quelle: <http://www.bene-magazin.de/2014/bene-das-magazin-des-bistums-essen-2/
kirche-und-humor/plassmann-interview.html>]
[Gesamt für C1: 8 Punkte]
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Aufgabe C2: Fragen zu den Graphiken zu „Gesellschaft und Kirche im
Reformationsjahr“
[Quelle: <http://fowid.de/meldung/gesellschaft-und-kirche-reformationsjahr>]
(a) Von wem und in wessen Auftrag wurde die Befragung durchgeführt und von
wem veröffentlicht? (2)
(b) Worum geht es in den beiden Graphiken? (3)
(c) Wie viele Menschen haben an der Befragung teilgenommen und wie viele
Befragte waren über 65 Jahre alt? (2)
(d) Was könnten die Abkürzungen W.N., K. A. bedeuten? (1)
(e) Welche der beiden Kirchen wurde im Osten und im Westen mit wie viel
Prozent als zeitgemäß angesehen? (2)
[Gesamt für C2: 10 Punkte]
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Aufgabe C3: Sprachverständnis
Religionsunterricht an Schulen ist falsch
Von Alan Posener
Was die Leute glauben, geht den Staat nichts an. An staatlichen Schulen hat
Religionsunterricht deswegen nichts verloren. Außerdem ist Religion das einzige
Schulfach, in dem Meinungen als Wahrheiten verkündet werden. Das Fach Ethik in dem 5
Religion und Demokratie vermitteln werden ist die richtige Wahl.
Gegen den Religionsunterricht ist nichts einzuwenden. Dass er an staatlichen Schulen
stattfinden soll, ist nicht einzusehen. […] Was die Leute glauben, geht den Staat nichts an.
Laut Grundgesetz freilich soll die Religion „in den öffentlichen Schulen … ordentliches
Lehrfach“ sein. Das heißt, die von den Religionsgemeinschaften bestimmten Lehrkräfte 10
erteilen versetzungsrelevante Zensuren dafür, dass katholische Schüler wissen, wer
unbefleckt empfangen hat; dass evangelische Schüler wissen, ob Christus in Brot und
Wein real oder nur symbolisch präsent ist; dass jüdische Schüler wissen, warum sie
Heuschrecken essen dürfen, Hasen aber nicht; dass muslimische Schüler wissen, ob Jesus
gekreuzigt wurde. 15
Schulfächer sollen Wissen und Werte vermitteln. (Jeder Lehrer ist in jedem Fach für
Wertevermittlung zuständig und übrigens auch dafür, die aktuellen und grundsätzlichen
Grenzen des Wissens aufzuzeigen.) Nur in einem Fach werden Meinungen als Wahrheiten
verkündet: im Fach Religion. Wohlgemerkt: was Katholiken, Protestanten, Juden,
Muslime, Buddhisten und andere glauben, sollten alle Bürger wissen und – ohne Häme 20
und Vorurteil – dargestellt bekommen.
Insbesondere sollten alle Bürger dieses christlich geprägten Landes wissen, was die Bibel
lehrt und erzählt, was Christen glauben und was das Christentum zur Kultur beigetragen
hat.
[Quelle: <https://www.welt.de/politik/article3082495/Religionsunterricht-an-Schulen-ist-falsch.html>
Veröffentlicht: 24. 01. 2009; zugegriffen: 11. 02. 2017]
Übertragen Sie alle Antworten und Fehlerverbesserungen in geeigneter Form in
Ihr Arbeitsheft.
Fragen zum Text „Religionsunterricht an Schulen ist falsch“:
(a) In folgendem Satz sind ein Rechtschreibfehler und auch ein zweimaliger
Zeichensetzungsfehler vorhanden. Verbessern Sie bitte die Fehler.
„Das Fach Ethik in dem Religion und Demokratie vermitteln werden ist
die richtige Wahl.“ (Zeile 5f.) (2)
(b) Was versteht man unter den Begriffen „real“ und „symbolisch“ im
Textausschnitt „ob Christus in Brot und Wein real oder nur symbolisch
präsent ist“? (Zeile 12f.) Finden Sie je mindestens zwei Synonyme
(gleichbedeutende Begriffe) für diese Begriffe. (2)
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(c) Für den Begriff „präsent“ (siehe b) sind unterschiedliche Begriffe
angegeben. Übertragen Sie den Begriff, der dafür überhaupt nicht
eingesetzt werden kann, bitte ins Arbeitsheft. (Wird mehr als ein Begriff
übertragen, gibt es keinen Punkt.)
parat
vorhanden
geschenkt
verfügbar
gegenwärtig (1)
(d) Für den Begriff „vermitteln“ aus dem Satz „Schulfächer sollen Wissen
und Werte vermitteln.“ (Zeile 16) sind hier fünf Begriffe angegeben.
Übertragen Sie den Begriff, der dafür überhaupt nicht eingesetzt werden
kann, bitte ins Arbeitsheft. (Wird mehr als ein Begriff übertragen, gibt es
keinen Punkt.)
hineinreden
verschaffen
besorgen
bringen
zuspielen (1)
(e) Was versteht man unter den Begriffen „Häme“ und „Vorurteil“ in
folgendem Satz:
„Wohlgemerkt: was Katholiken, Protestanten, Juden, Muslime,
Buddhisten und andere glauben, sollten alle Bürger wissen und –
ohne Häme und Vorurteil – dargestellt bekommen.“ (Zeile 19ff.)? (2)
(f) Warum wird der Teil des Satzes „ohne Häme und Vorurteil“ (siehe e)
durch Gedankenstriche vom Rest des Satzes getrennt? (2)
(g) Was bedeutet der Begriff „geprägt“ in dem Satz „Insbesondere sollten
alle Bürger dieses christlich geprägten Landes wissen, was die Bibel
lehrt und erzählt, was Christen glauben und was das Christentum zur
Kultur beigetragen hat.“ (Zeile 22ff.)? (2)
[Gesamt für C3: 12 Punkte]
[C Gesamt: 30 Punkte]
Total: 70 Punkte
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