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German HL P2 (State) MG 2017 hlayiso.com

Subject: German HLGrade 12201724 pages
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Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE EXAMINATION STATE 2017 GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II MARKING GUIDELINES Zeit: 21/2 Stunden 80 Punkte These marking guidelines are prepared for use by examiners and sub-examiners, all of whom are required to attend a standardisation meeting to ensure that the guidelines are consistently interpreted and applied in the marking of candidates' scripts. The IEB will not enter into any discussions or correspondence about any marking guidelines. It is acknowledged that there may be different views about some matters of emphasis or detail in the guidelines. It is also recognised that, without the benefit of attendance at a standardisation meeting, there may be different interpretations of the application of the marking guidelines. IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 2 of 24 TEIL A INTERPRETATION VON GEDICHTEN (POETRY) A1 – Interpretation zweier bekannter Gedichte (seen poems) Wählen Sie zwei der vier möglichen Aufgaben aus, aber nicht 1 und 2 gemeinsam! [Die Einzelfragen sollten in vollständigen Sätzen so beantwortet werden, dass auch eine angemessene Wortanzahl erreicht wird.] Aufgabe A1.1 zu dem Gedicht „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe oder Aufgabe A1.2 (a–f) zu dem Gedicht „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe oder/und Aufgabe A1.3 zu dem Gedicht „Die Krücken“ von Bertolt Brecht oder/und Aufgabe A1.4 (a–e) zu dem Gedicht „Die Welt“ von Christian Hofmann von Hofmannswaldau Aufgabe A1.1: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe. (ca. 250 bis 300 Wörter) • Inhalt des Gedichts „Grenzen der Menschheit“ ist das Verhältnis der Menschen zum Göttlichen • fünf Strophen, Strophe 1 und 2 je 10 Verse, die Strophen 3 und 4 je 8 Verse und die fünfte Strophe 6 Verse, deutet auf Zuspitzung hin • kein erkennbarer Reim, kein durchgängiges Metrum • die Strophen 1, 3 und 5 bestehen aus einem Satz, die beiden anderen aus zwei • wichtig ist das Bild des „Heiligen Vaters“ oder der „Götter“ in der 1. und der 4. Strophe • mit uralter heiliger Gestalt • Heiliger Vater • gelassene Hand • segnende Blitze (Oxymoron) säend, die auch eine Bedrohung darstellen können • ein ewiger Strom mit vielen Wellen • aber erhebt sich der Mensch gegenüber den Göttern (Gott), verliert er die Bodenhaftung • evtl. auch intellektuelle Annäherungsversuche (Scheitel) schon gefährlich • dies würde Unsicherheit erzeugen und der Mensch wird zum Spielball von Wolken und Winden • denn die Erde ist die Domäne des Menschen • Mensch steht mit festen und markigen Knochen auf dieser Erde • sie ist für ihn wohlgegründet und beständig • diese positiven Aspekte werden dadurch relativiert, dass der Mensch dann beschränkt bleibt auf diese Ebene • er reicht weder auf zur Rebe noch zur Eiche (Gottes Schöpfung) • auffallend sind hier die häufigen Inversionen, die dem Gedicht einen feierlichen Ton geben IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 3 of 24 • im Mittelpunkt der Überlegungen des lyrischen Ichs steht die Frage, was „Götter von Menschen“ „unterscheidet“ • vor Göttern bewegen sich viele Wellen, Anzeichen eilen einem Strom gleich voraus • diese Wellen „wandeln“, sind für Götter nur Begleitung ohne Bedrohung • Mensch ist ein Spielball dieser Wellen • diese Wellen können erheben oder Untergang bringen • wenn sie Menschen verschlingen, versinken die auf Nimmerwiedersehen • die Begrenztheit, aber auch das Dauerhafte der Menschheit werden deutlich • Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen • „ein kleiner Ring begrenzt unser Leben“ • die unterschiedlichen Geschlechter (Ahnenreihe und Nachfahren) bilden eine unendliche Kette • Kette weist auf Festigkeit, Stärke, der Ring auf Schwäche und Auflösbarkeit • nur dieses Dasein in der Generationenfolge hat Dauer oder Aufgabe A1.2: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe. (a) Beschreiben Sie die äußere Form des Gedichts. • fünf Strophen, Strophe 1 und 2 je 10 Verse, die Strophen 3 und 4 je 8 Verse und die fünfte Strophe 6 Verse, deutet auf Zuspitzung hin • kein erkennbarer Reim, kein durchgängiges Metrum • die Strophen 1, 3 und 5 bestehen aus einem Satz, die beiden anderen aus zwei (b) Welches Bild des „Heiligen Vaters“ oder der „Götter“ wird in der ersten und der vierten Strophe gezeichnet? • uralte heilige Gestalt • Heiliger Vater • gelassene Hand • segnende Blitze säend, die auch eine Bedrohung darstellen können • ein ewiger Strom mit vielen Wellen wandelt vor ihnen (c) Was geschieht, wenn der „Mensch“ sich mit „Göttern“ „messen“ möchte? • erhebt sich der Mensch gegenüber den Göttern (Gott), verliert er die Bodenhaftung • evtl. auch intellektuelle Annäherung (Scheitel) schon gefährlich • das erzeugt Unsicherheit und er wird zum Spielball von Wolken und Winden IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 4 of 24 (d) Die Erde ist die Domäne des Menschen und wird als solche positiv gezeichnet, doch diese Gebundenheit an das Irdische hat auch negative Auswirkungen. Welche sind das? • Mensch steht mit festen und markigen Knochen auf der Erde • die Erde ist für ihn wohlgegründet und beständig • diese positiven Aspekte werden dadurch relativiert, dass der Mensch dann beschränkt bleibt auf diese Ebene • er reicht weder auf zur Rebe noch zur Eiche (Gottes Schöpfung) (e) Arbeiten Sie in eigenen Worten oder an einem selbst gewählten Beispiel heraus, was laut vierter Strophe „Götter von Menschen“ „unterscheidet“. • vor Göttern bewegen sich viele Wellen, Anzeichen eilen einem Strom gleich voraus • diese Wellen „wandeln“, sind für Götter nur Begleitung ohne Bedrohung • Mensch ist ein Spielball dieser Wellen • diese Wellen können erheben oder Untergang bringen • wenn sie Menschen verschlingen, versinken die auf Nimmerwiedersehen • das ließe sich auch an einem Beispiel eigener Wahl erläutern (f) Inwiefern werden in der fünften Strophe die Begrenztheit und das Dauerhafte der Menschheit oder des menschlichen Seins deutlich? • Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen • ein kleiner Ring begrenzt unser Leben • die unterschiedlichen Geschlechter (Ahnenreihe und Nachfahren) bilden eine unendliche Kette • Kette weist auf Festigkeit, Stärke, der Ring auf Schwäche und Auflösbarkeit • nur dieses Dasein der Generationen hat Dauer und/oder Aufgabe A1.3: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichts „Die Krücken“ von Bertolt Brecht. (ca. 250 bis 300 Wörter) • Gedicht mit vier Strophen bei jeweils vier Versen • die einleitenden zwei Verse sind fünfhebig, der Rest durchgehend vierhebig • die Reime besitzen alle eine weibliche Endung, außer in den Versen 2 und 4, die dadurch in ihrer analytischen Härte hervorgehoben werden • das Metrum ist durchgehend der Trochäus • kurze Feststellungen als Kernaussagen in der ersten Strophe: „zu dem großen Arzte kam“ und „ich bin lahm“ • von dieser (Selbst)Erkenntnis ausgehend beginnt dann die Heilung IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 5 of 24 • folgenden Gedankengängen kann man folgen: • Zitat: „Brecht hat hier eindrucksvoll die Folgen beschrieben, die entstehen, wenn einem Organ, hier dem Bewegungsapparat, die Funktion abgenommen und dessen Leistung ständig durch Hilfe von aussen ersetzt wird: Die Eigenleistung verkümmert bis zum Erlöschen.“ • die Krücken stehen hierfür • Fachterminus: „Funktionelle Therapie“ • „Brechts Arzt behandelt eine Krankheit, die durch falsche Behandlung chronifizierte, dadurch zur Abhängigkeit führte und selbst zur Krankheitsursache wurde.“ • „Brechts Arzt begann die Therapie mit dem Zerbrechen der Krücken. Die Naturheilkunde bezeichnet die Beseitigung krankmachender Abhängigkeiten als ,Ordnungstherapieʻ“ • „Zur vollen Wiederherstellung der Funktion bedarf es dann der Übung. ,Geh, fall, kriech auf allen Vieren!ʻ ist allerdings ein Appell, den Brecht gewiss mit Recht auf andere Lebensbereiche bezieht. Er setzt voraus, dass der Genesende zu einem unter Umständen harten Übungsprogramm bereit sein muss.“ • „Wie schwierig der Weg zur Gesundheit angesichts der Verlockungen zur Ersatzleistung sein kann, hat Brecht grossartig beschrieben: ,Nur zuweilen, wenn ich Hölzer sehe, gehe ich für Stunden etwas schlechterʻ.“ [Aus: Claus Ruda: „Bertolt Brecht und die Naturheilkunde“ in: Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin, Schweiz Z Ganzheitsmed 2011;23:105–108 <https://www.karger.com/Article/Pdf/325942>] • zusätzliche Betrachtungen: • spontane Feststellung der Selbstverständlichkeit der Leiden (große Erfahrung) • freundlicher Hinweis, den Versuch zu unternehmen, ohne Stütze zu leben • die Hilfsmittel werden sehr abfällig als „Plunder“ bezeichnet, womit in anderen Lebensbereichen auch Besitz und Wohlstand bezeichnet werden könnten • Steigerung der Aufforderung durch „lachend wie ein Ungeheuer“ • etwas unverständliches Zerbrechen der Krücken auf dem Rücken des Kranken • die Folge ist die Heilung, (auch fast zwangsweise), da kein unterstützendes Hilfsmittel mehr vorhanden • Schlussgedanke: jeder muss und kann auf eigenen Beinen stehen, unabhängig von der, auch gesellschaftlichen, Situation und/oder IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 6 of 24 Aufgabe A1.4: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Die Welt“ von Christian Hofmann von Hofmannswaldau. [10 Punkte] (a) Beschreiben Sie die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim, Metrum, …). • Gedicht hat 16 Verse mit durchgängigem Kreuzreim • auch dementsprechend abwechselnd weibliche und männliche Reime • fünfhebiger Jambus • inhaltliche Aufteilung in je acht Verse (b) Das Gedicht beginnt mit den beiden Fragen zum Istzustand der Welt. Worin liegen denn nach Auffassung des lyrischen Ichs das „berühmte[s] Glänzen“ und die „ganze Pracht“ der Welt? • Hervorhebung durch Parallelismus • der vom lyrischen Ich aufgeführte Schein: • schnöder Schein und schneller Blitz • buntes Feld und schönes Krankenhaus • ein Sklavenhaus und Alabaster zur Abdeckung, Verschleierung der Wirklichkeit (c) Wodurch kennzeichnet das lyrische Ich die Wertlosigkeit all dessen in den ersten acht Versen? • die Wirklichkeit, die dahinter kurzfristig verborgen bleibt, sich dann aber bahnbricht • Wertlosigkeit zu Begrenztheit (schnöde zu kurzgefasst) • Bedrohliches in der Dunkelheit, der Undurchschaubarkeit • Kummer(disteln), und Krankheit • Sklaverei und Fäulnis im tödlichen Grab (d) An diese Darstellung von Schein und Wirklichkeit der Welt schließt das lyrische Ich eine Aufforderung an. Wozu wird der Mensch in den Versen 10 bis 14 aufgefordert? • zuerst Erkenntnis, dass all dies die Basis unserer irdischen Existenz ist • diese menschliche (fleischgebundene) Sichtweise wird uns vor Augen geführt, damit wir darüber hinaus blicken können • die Seele soll den Blick ermöglichen über den Kreis der Welt hinaus • Blick aufs Jenseits, auf Gott und das Paradies (e) Welches Ziel kann, wenn man dem Rat folgt, dann nach Auffassung des lyrischen Ichs mit Leichtigkeit erreicht werden? • Mensch kann und soll sich von der scheinhaften Pracht der Welt abwenden • auf Lust und diesseitige Freuden soll verzichtet werden • direkte Anrede des Lesers („du“) • diesen Port als sicheren Zielhafen der Existenz wird der Mensch dann erreichen • dort werden Ewigkeit und Schönheit sich umfassen (Paradies) IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 7 of 24 A2 – Interpretation eines unbekannten Gedichts (unseen poem) [10 Punkte] Wählen Sie eine der vier Aufgaben aus! [Die Einzelfragen sollten in vollständigen Sätzen so beantwortet werden, dass auch eine angemessene Wortanzahl erreicht wird.] Aufgabe A2.1 oder Aufgabe A2.2 (a–e) zu dem Gedicht „Täglich zu singen“ von Matthias Claudius oder Aufgabe A2.3 oder Aufgabe A2.4 (a–f) zu dem Gedicht „Stille der Nacht“ von Gottfried Keller Aufgabe A2.1: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Täglich zu singen“ von Matthias Claudius (mind. 250 Wörter). • das lyrische Ich trägt jubelnd ein Danklied vor und zeigt sich in vollem Maße glücklich über seine Existenz • auffallend ist bei der äußeren Form des Gedichtes „Täglich zu singen“ das Volksliedhafte • neun Strophen mit je vier Versen • Kreuzreim mit abwechselnd männlichem und weiblichem Reim • jambisches Metrum mit abwechselnd vier und drei Hebungen • auch abwechselnd männliche und weibliche Kadenz • das Danklied zu Beginn des Gedichts wird mit dem für Gebete üblichen „Amen“ abgeschlossen • Mensch bedankt sich für sein Hiersein auf der Erde, verstärkt durch zweimaliges „bin, bin“ • Zufriedenheit mit eigenem Aussehen: „schön menschlich Antlitz!“ • Ausrufezeichen als Ironisierung, Infragestellung? • intensives Naturerlebnis, vom Globalen bis ins Detail gehend • abendliche Naturbetrachtung und damit einhergehende Besinnlichkeit • selbst die innere Stimmung, die es an Kindertage zur Zeit der weihnachtlichen Bescherung erinnert, macht es glücklich und zufrieden • erstaunlicherweise bedankt sich das lyrische Ich dafür, dass es kein König und kein Millionär geworden ist • Saitenspiel als überschwänglicher Dank dafür, kein König geworden zu sein, kein großer reicher Mann • Schmeicheleien der Umstehenden, der Abhängigen hätten das lyrische Ich vermutlich verdorben • Ehr, im Sinne von Verehrung, „treibt und bläht“, Bild des Getriebenseins, der Aufgeblähtheit • vielen habe es das Gute (Herz) ausgetrieben, die Ehrenhaftigkeit wäre damit verloren • „wacker“ kann hier vollumfänglich verwendet werden: weder mutig noch tapfer, weder brav noch ehrenhaft wird der Mensch dadurch • für Menschen sind andere Sachen als Besitz und Geld wichtig • wichtig sind Gesundheit, Schlaf, im Sinne von gut schlafen können, da ohne moralische Verfehlung • außerdem noch guter Mut, im Sinne von guten Mutes sein, positiv gestimmt • denn die sind trotz aller Abwägungen ein großer Segen und der gerechte Lohn der Gerechten, die es geblieben sind IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 8 of 24 • positiv vielleicht auch, dass das sich Quälen wegen des materiellen Besitzes oder des Verlustes desselben wegfällt • abschließend bittet das lyrische Ich nur um einen einfachen täglichen Lebensunterhalt • auffallend ist das tiefe Vertrauen des lyrischen Ichs auf Gott • es ist ein „Gott gebe“ und keine Bitte wie „Gott, gib“, darin liegt schon Gewissheit • da Gott es den Sperlingen und anderen Lebewesen gibt, warum soll er es dem Menschen nicht auch geben • besonders da das lyrische Ich von den negativen Auswirkungen von Reichtum und Macht verschont blieb und bleiben wird oder Aufgabe A2.2: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Täglich zu singen“ von Matthias Claudius. (a) Beschreiben Sie kurz die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim, Metrum, …). • neun Strophen mit je vier Versen (Volksliedstrophe) • Kreuzreim mit abwechselnd männlichem und weiblichem Reim • jambisches Metrum mit abwechselnd vier und drei Hebungen • auch abwechselnd männliche und weibliche Kadenz (b) Wofür bedankt sich das lyrische Ich im mit „Amen“ abgeschlossenen Danklied der ersten bis dritten Strophe? • sein Hiersein auf der Erde, Existenz, verstärkt durch zweimaliges „bin, bin“ • Zufriedenheit mit eigenem Aussehen: „schön menschlich Antlitz!“ • Ausrufezeichen als Ironisierung, Infragestellung? • intensives Naturerlebnis, vom Globalen bis ins Detail gehend • abendliche Naturbetrachtung und damit einhergehende Besinnlichkeit • selbst die innere Stimmung, die es an Kindertage zur Zeit der weihnachtlichen Bescherung erinnert, macht es glücklich und zufrieden (c) In den Strophen vier bis sechs bedankt sich das lyrische Ich erstaunlicherweise dafür, dass es kein König und kein Millionär geworden ist. Warum ist das für das lyrische Ich so wichtig? • Saitenspiel als überschwänglicher Dank dafür, kein König geworden zu sein, kein großer reicher Mann • Schmeicheleien der Umstehenden, der Abhängigen hätten das lyrische Ich vermutlich verdorben • Ehr, im Sinne von Verehrung, „treibt und bläht“, Bild des Getriebenseins, der Aufgeblähtheit • vielen habe es das Gute (Herz) ausgetrieben, die Ehrenhaftigkeit wäre damit verloren • „wacker“ kann hier vollumfänglich verwendet werden: weder mutig noch tapfer, weder brav noch ehrenhaft wird der Mensch dadurch IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 9 of 24 (d) Was ist für das lyrische Ich besonders wichtig für Menschen und aus welchem Grund? • wichtig sind Gesundheit, Schlaf, im Sinne von gut schlafen können, da ohne moralische Verfehlung • außerdem noch guter Mut, im Sinne von guten Mutes sein, positiv gestimmt • denn die sind trotz aller Abwägungen ein großer Segen und der gerechte Lohn der Gerechten, die es geblieben sind • positiv vielleicht auch, dass das sich Quälen wegen des materiellen Besitzes oder des Verlustes desselben wegfällt (e) Woran ist das Vertrauen des lyrischen Ichs auf Gott in der letzten Strophe erkennbar? • es ist ein „Gott gebe“ und keine Bitte wie „Gott, gib“, darin liegt schon Gewissheit • da Gott es den Sperlingen und anderen Lebewesen gibt, warum soll er es nicht auch dem Menschen geben • besonders da das lyrische Ich von den negativen Auswirkungen von Reichtum und Macht verschont blieb und bleiben wird oder Aufgabe A2.3: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Stille der Nacht“ von Gottfried Keller (mind. 250 Wörter). • das Gedicht „Stille der Nacht“ besteht aus sechs Strophen mit jeweils vier Versen • vierhebiger Jambus mit durchgehend männlichen Reimen • Kreuzreim • auffallend ist die stufenweise Abfolge von Einbildung (Imagination) bis zum intensiven Nachdenken (in der 4. Strophe) • ausgehend von der mit zwei Ausrufen begrüßten Sommernachtssituation • hört das lyrische Ich „im Geist“, also imaginativ, Naturereignisse • das verursacht von dem schweigenden „Urgebirge“, welches Unendlichkeit andeuten könnte • schweigend wie das Nachtgebet des lyrischen Ichs • in weiter Ferne meint es, das Meer und die Brandung zu vernehmen • das Hören des Flötentons geht über ins Ahnen • im Ahnen steckt auch ein Empfinden und (noch) undeutliches Sehen • davon verursacht sinnt (denkt) das lyrische Ich über die existenziellen Fragen von Sterben und Geburt (nach) • dieses Denken umspannt die ganze Welt • das Denken umspannt auch das einfache „Menschenkind“ bis zum „Heldenkind“ • in der dritten Strophe wird der Gegensatz von Westen und Osten (vermutlich) in den Mittelpunkt gestellt • aus dem Westen, der Sonnenuntergangsseite, trägt die Luft einen Flötenton heran IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 10 of 24 • meist einhergehend mit friedlicher Stimmung • aus dem Osten, der Sonnenaufgangsseite, ist schon das Anbrechen des Tages zu erahnen • in dieser friedlichen Zeit, in der Stille der Nacht, befindet sich das lyrische Ich • in der vierten Strophe hebt das lyrische Ich den Gegensatz von Tod und Geburt hervor • eine Parallele zum Gegensatz von Osten und Westen, eine räumliche Ganzheit erzeugend • Geburt und Tod als Symbole für die Ganzheit der menschlichen und auch übermenschlichen (Heldenkind) Existenz • das Fühlen des Ichs (in der 5. Strophe) führt abschließend zur Glaubensgewissheit • in der Dunkelheit des Erdentals erfühlt das lyrische Ich ein Schweigen • dieses Schweigen ist verbunden mit der Stille der Nacht und nur da erfühlbar • daraus entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit in der Existenz • auch die Erkenntnis, dass die Welt in ihrer Stille auch gut ist • die Glaubensgewissheit wird besonders herausgestellt • Schmerz und Spott verschwinden aus dem Grund des Herzens • „endlich“ deutet auf das lange Sehnen nach dieser Kundgabe • hier findet das Streben in der Stille der Nacht sein Ende, Gott offenbart seinen Namen • der Name zeigt das Kennen und auch Erkennen Gottes in der Natur oder Aufgabe A2.4: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Stille der Nacht“ von Gottfried Keller. (a) Beschreiben Sie kurz die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim, Metrum, …). • sechs Strophen mit jeweils vier Versen • vierhebiger Jambus mit durchgehend männlichen Reimen • Kreuzreim (b) Zeichnen Sie die stufenweise Abfolge von Einbildung (Imagination) (2. Strophe) bis zum intensiven Nachdenken (in der 4. Strophe) nach. • ausgehend von der mit zwei Ausrufen begrüßten Sommernachtssituation • hört das lyrische Ich „im Geist“, also imaginativ, Naturereignisse • verursacht von dem schweigenden „Urgebirge“, welches Unendlichkeit andeuten könnte • schweigend wie das Nachtgebet des lyrischen Ichs • in weiter Ferne meint es, das Meer und die Brandung zu vernehmen • das Hören des Flötentons geht über ins Ahnen • im Ahnen steckt auch ein Empfinden und (noch) undeutliches Sehen • davon verursacht sinnt (denkt) das lyrische Ich über die existenziellen Fragen von Sterben und Geburt (nach) • dieses Denken umspannt die ganze Welt • das Denken umspannt auch das einfache „Menschenkind“ bis zum „Heldenkind“ IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 11 of 24 (c) Warum wird in der dritten Strophe der Gegensatz von Westen und Osten (vermutlich) in den Mittelpunkt gestellt? • aus dem Westen, der Sonnenuntergangsseite, trägt die Luft einen Flötenton heran • meist einhergehend mit friedlicher Stimmung • aus dem Osten, der Sonnenaufgangsseite, ist schon das Anbrechen des Tages zu erahnen • in dieser friedlichen Zeit, in der Stille der Nacht, befindet sich das lyrische Ich (d) Welche Funktion hat der dargestellte Gegensatz von Tod und Geburt für das lyrische Ich in der vierten Strophe? • eine Parallele zum Gegensatz von Osten und Westen, eine räumliche Ganzheit erzeugend • Geburt und Tod als Symbole für die Ganzheit der menschlichen und auch übermenschlichen (Heldenkind) Existenz (e) Das dadurch hervorgerufene Fühlen des Ichs (in der 5. Strophe) führt abschließend zur Glaubensgewissheit. Zeichnen Sie den Weg in eigenen Worten nach. • in der Dunkelheit des Erdentals erfühlt das lyrische Ich ein Schweigen • dieses Schweigen ist verbunden mit der Stille der Nacht und nur da erfühlbar • daraus entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit in der Existenz • auch die Erkenntnis, dass die Welt in ihrer Stille auch gut ist (f) Wie zeigt sich die Glaubensgewissheit in der letzten Strophe? • Schmerz und Spott verschwinden aus dem Grund des Herzens • „endlich“ deutet auf das lange Sehnen nach dieser Kundgabe • hier findet das Streben in der Stille der Nacht sein Ende, Gott offenbart seinen Namen • der Name zeigt das Kennen und auch Erkennen Gottes in der Natur IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 12 of 24 Wählen Sie bei den Teilen B (Roman) und C (Drama) zwei der sechs möglichen Aufgaben aus! Wenn Sie Aufgabe B1 oder B2 aussuchen, müssen Sie Aufgabe C3 wählen oder wenn Sie Aufgabe B3 aussuchen, können Sie zwischen Aufgabe C1 oder C2 wählen. TEIL B ROMAN – ÖDÖN VON HORVÁTH: JUGEND OHNE GOTT Bearbeiten Sie in diesem Teil entweder die Aufgabe B1 oder B2 oder B3 (je nach Bearbeitung von Aufgabe C)! Aufgabe B1: Wie wird die faschistische Gesellschaft in dem Roman dargestellt? (Literarische Erörterung: ca. 400–450 Wörter) „In der Darstellung der Jugend und ihrer ideologischen Beeinflussung durch den Faschismus erreicht Horváth große Intensität.“ • mit Zeltlager beginnt die Zerstörung der Individualität • Erziehung der Jugend zu Rassismus und Kriegsbegeisterung • Missbrauch jugendlicher Abenteuerlust • Jugend wird respektlos und brutalisiert • Bereitschaft, zum Opfer zu werden, wird hervorgerufen • „Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld!“ • die Jugend zeigt sich von Grund auf unmoralisch • Regeln der Fairness sind ihnen fremd (erinnert an jetzt) • auch Opfer unterwerfen sich der Gewalt und solidarisieren sich mit ihr • fehlende Nächstenliebe, Gefühllosigkeit dominieren • Kälte, Härte, körperliche Stärke und Gottlosigkeit sind die Werte der Jugend • Lehrer: „Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?“ • Schüler lassen sich unreflektiert indoktrinieren • kritisches Denken wird praktisch verboten und nicht praktiziert • Humanität und Nächstenliebe werden abgelehnt • „Doch noch lieber wären sie Munition, Bomben, Granaten. Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld. Der Name auf einem Kriegsdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.“ • Maschinen wollen sie werden • die Berieselung der Massenmedien lässt keine unabhängige Information zu • Familienbande lösen sich auf • viele Kinder werden emotional vernachlässigt • Mütter zeigen sich entweder keifend und herrisch (Z) oder egozentrisch und gefühllos (T) • Mädchen und Frauen sehen sich selbst als Opfer der Männergesellschaft • nur im Verborgenen kann sich noch die Weiblichkeit zeigen • sie fühlen sich wie eingesperrt in einem Zuchthaus (Bild der Gesellschaft) • Ideale sind auch bei ihnen Pflichterfüllung, Selbstzucht und Stärke • Arbeiter werden im Roman in die Armut getrieben • Kriminalität ist die Folge • die Kleinbürger werden als fanatische Anhänger des Regimes dargestellt (Bäcker) IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 13 of 24 • übernehmen Floskeln unhinterfragt • der faschistische Mensch zweifelt nicht an sich noch seiner Ideologie • Überlegenheitsgefühl der geistig Unterprivilegierten • Marginalisierung von Gegnern oder Kritikern • von vielen wird herrschende Ideologie kritiklos übernommen • Denunziation als Mittel sich durchzusetzen • Gottlosigkeit und fehlendes Engagement der Kirchen wird gezeigt • viele wollen Teil einer großen Gemeinschaft sein (Volkskörper) • ein anderer Teil hat sich im System eingerichtet • sie profitieren vom System, anfangs auch der Lehrer • z. B. folgt auch der Direktor den Ideen der Nazis • will seine Pension nicht verlieren • es gibt eine kleine Gruppe von Kritikern • der Klub, der Pfarrer, Julius Caesar und am Schluss der Lehrer • sie laufen nicht mit • leisten aber auch keinen Widerstand • soziales Engagement im Geheimen oder Flucht bleiben übrig oder Aufgabe B2: Wie werden die Jugendlichen in dem Roman „Jugend ohne Gott“ charakterisiert? Wo liegen die Ursachen für ihr Verhalten? (Literarische Charakterisierung und Erörterung: ca. 400–450 Wörter) Jungen (als Vertreter des neuen Systems): • die Jugendlichen (mit wenigen Ausnahmen) bleiben namenlos • ohne eigene Individualität • werden als willensschwach, charakter- und gedankenlos gezeigt • fehlende Nächstenliebe • das selbständige Denken fehlt • Kälte, Härte, Gefühllosigkeit, körperliche Stärke und Gottlosigkeit sind die Werte der Jugend • Lehrer: „Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?“ • Lehrer ist enttäuscht von seinen Schülern, die sich unreflektiert indoktrinieren lassen • folgen in Wort und Schrift der geforderten Ausrichtung • Schüler N ist der typische Vertreter der neuen Generation • er übernimmt die Propagandasprüche der Nazis • lehnt wie andere auch die humanitäre Auffassung des Lehrers ab • fühlt sich überlegen, besonders gegenüber den „Negern“ • auffallend ist, dass die typischen Vertreter der neuen Ideologie von den Müttern emotional vernachlässigt werden IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 14 of 24 Mädchen (im Faschismus): • symbolisieren die Rolle der Frau im System • auch eine Mädchenklasse ist in der Nähe im Ferienlager • auch sie müssen Soldatenlieder singen und marschieren • dem Lehrer erscheinen sie „verschwitzt, verschmutzt und ungepflegt“ • das „Fliegersuchen“ soll sie auf einen möglichen Krieg vorbereiten • Mädchen sehen sich selbst als Opfer der Männergesellschaft • einige Mädchen möchten gerne wieder angestammte Frauenrollen übernehmen • im Verborgenen kann sich noch die Fraulichkeit zeigen • aber Ausbrechen ist ihnen als Angepassten und Etablierten nicht möglich, sie müssen sich fügen Eva (die Außenseiterin): • 15-jähriges Mädchen • mit 12 Waise • Pflegevater belästigte sie sexuell und Pflegemutter verprügelte sie • Opfer einer brutalisierten und rücksichtslosen Gesellschaft • kommt dann ins Erziehungsheim (hat gestohlen, um wegzukommen) • lebt jetzt mit jüngeren Bandenmitgliedern in Höhlen • sie ist hart und rücksichtslos geworden • lebt von Raub und Diebstahl • wird von den Angepassten abgelehnt und beschimpft • lebt ihre Rolle als Frau (auch sexuell – etwas verfrüht) • bleibt aber wandelbar, wenn sie den Eindruck hat, jemand ist ehrlich und aufrichtig Jungen (die durch das System aufgeweckt werden): • aber es gibt auch andere • sie bilden einen Klub der Andersdenkenden • widersetzen sich der herrschenden Ideologie • halten die humanitären Ansichten des Lehrers für richtig • sie lesen alles, was verboten ist • lehnen die Umzüge und Feiern der Nazis ab • auch die Ursache ihres Verhaltens liegt in der Ideologie Ursachen des Verhaltens liegen im Faschismus: • Schule hat die Aufgabe, die Jugend moralisch zum Krieg zu erziehen • militärische Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt • Lehrer müssen sich an strenge pädagogische Regeln halten • kritisches Denken soll vermieden werden • nur regimetreue Äußerungen und Verhaltensweisen erlaubt • Rassismus wird gelehrt • blinder Gehorsam und Ausführen von Befehlen ist der Jugend beizubringen • Zeltlager sollen Individualismus zerstören • Maschinen sollen aus ihnen werden • Jugend wird respektlos und brutalisiert „Doch noch lieber wären sie Munition, Bomben, Granaten. Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld. Der Name auf einem Kriegsdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.“ IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 15 of 24 oder Aufgabe B3: (Fragen zum Text – Quelle 1) Beantworten Sie, von der angegebenen Textstelle ausgehend, die Fragen zum Roman „Jugend ohne Gott“. (a) Fassen Sie den Inhalt der Textstelle in eigenen Worten zusammen. • die Eltern des Ich-Erzählers gratulieren stereotyp zum 34. Geburtstag • der Lehrer korrigiert die Klassenarbeiten seiner Schüler • Thema des Aufsatzes ist: „Warum müssen wir Kolonien haben?“ • stellt dabei auch fest, dass der Schüler N sich sehr despektierlich gegenüber „Negern“ äußert • er kritisiert dies, streicht es aber nicht an • den offiziellen Medien darf ein Lehrer nicht widersprechen • die Arbeit eines Schülers fehlt, da er sich am Wochenende im Stadion erkältet hat • Erzähler drückt zum Abschluss seine Begeisterung für den Fußballsport aus (b) Ordnen Sie die Textstelle in die Gesamthandlung des Romans ein. • der Textausschnitt dient als Exposition für den Roman • der Lehrer weist die negative Äußerung des Schülers N über „Neger“ zurück • der Vater des N. zeigt den Lehrer wegen Verbreitung des „Gifts der Humanitätsduselei“ an • die gesamte Klasse schreibt eine Beschwerde und fordert einen neuen Lehrer • der Lehrer trifft in einer Bar auf den ehemaligen Lehrer Julius Caesar • Julius Cäsar versucht, dem Lehrer den Wandel der Gesellschaft anhand der Sexualität zu erklären • er nennt die Zeit, in der sie leben, das „Zeitalter der Fische“ • bei der Beerdigung des W erinnern die Augen des T den Lehrer an einen Fisch • er muss in den Osterferien mit seinen Schülern auf ein Zeltlager • der Lehrer wird neugierig, als Z von einem fremden Jungen einen Brief bekommt • Z und N streiten sich ständig wegen des Tagebuchs von Z • der Lehrer bricht ein Schloss auf und liest das Tagebuch des Z, verschweigt es aber • er erfährt, dass Z ein Verhältnis mit der Anführerin (Eva) der Räuberbande hat • Z beschuldigt N, sein Tagebuch gelesen zu haben • am nächsten Tag wird N erschlagen im Wald aufgefunden • Z gesteht, den N erschlagen zu haben • auch wird eine Liebesbeziehung des Z mit Eva bekannt, sie wird auch eingesperrt IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 16 of 24 • nach der Untersuchung beginnt die Gerichtsverhandlung • es wird vermutet, Z wolle Eva aus Liebe decken • eine innere Stimme (Gott) bringt den Lehrer dazu, die Wahrheit zu sagen • daraufhin sagt Eva aus, dass ein fremder Junge mit „Fischaugen“ N getötet habe • T starrt den Lehrer mit seinen kalten Augen unentwegt an, der Lehrer verdächtigt ihn • Eva wird des Mordes beschuldigt • da der Lehrer seine Stelle und somit auch seine Pension verloren hat, macht der Pfarrer ihm das Angebot, eine Lehrerstelle in Afrika anzunehmen • der Pfarrer rät dem Lehrer, unverzüglich die Mutter von T über seinen Verdacht zu informieren • dabei trifft der Lehrer auf T selbst, der wird nervös • T wird außerhalb seines Zuhauses erhängt gefunden • im Abschiedsbrief steht: „Der Lehrer trieb mich in den Tod“ • ein Teil des Briefes fehlt, Ts Mutter lässt den Teil fallen • dort steht: „Denn der Lehrer weiß, dass ich den N erschlagen habe. Mit dem Stein –“ • Eva wird aus dem Gefängnis entlassen und vom Pfarrer aufgenommen • der Lehrer verabschiedet sich von Julius Cäsar und dem Klub und fährt nach Afrika (c) Welche Funktion hat dieser Textausschnitt? • Einführung des Lesers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Romans • bereitet für das Verständnis wichtige Voraussetzungen vor (d) Was ist bei den Geburtstagsgrüßen der Eltern auffällig? • außer der Umstellung der direkten Anrede komplett identisch • floskelhafter Gottesbegriff und auch der Wünsche ohne echte Anteilnahme • könnte auf Entfremdung hindeuten, deshalb auch nie Kontaktaufnahme (e) Welche Berufsauffassung ist bei dem Lehrer erkennbar? • er verrichtet seine Arbeit recht widerwillig • er ist mit seiner Situation und der Arbeit unzufrieden • er meint, im Park müsse es fein sein, aber Beruf sei Pflicht • da ihn die Arbeit verärgert, würde er lieber ins Kino gehen • er muss sich zwingen, voranzukommen („korrigier rasch“) IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 17 of 24 (f) Was findet der Lehrer positiv an seiner Arbeit und was gefällt ihm überhaupt nicht? • positiv sieht er seine Absicherung mit Pensionsberechtigung • nur wenige mit Lehrerexamen bekommen eine Stelle, er ist einer davon • das beruhigt ihn besonders in diesen unsicheren Zeiten • er könne „ohne wirtschaftliche Sorgen alt und blöd werden“ • negativ sieht er, dass man sich als Lehrer oft die Finger tintig macht • er fühlt sich unterfordert und kritisiert, dass in den Aufsätzen aus „schiefen Voraussetzungen falsche Schlussfolgerungen“ gezogen würden • er erwartet hauptsächlich „hohle Phrasen“ von den Schülern • er ärgert sich darüber, will aber keine Kritik üben (g) Wie wird hier die gesellschaftliche/politische Situation in dem Land dargestellt? • besonders die Situation in der Jetztzeit des Erzählers scheint unangenehm zu sein • niemand wisse, ob sich morgen die Erde noch drehen werde • die Aufsatzthemen werden von einer Aufsichtsbehörde vorgeschrieben • uralte Gedanken und Vorstellungen werden als neueste Erkenntnisse gefeiert • es herrscht Rassismus und Opportunismus • Kritik wird in dem Staat nicht toleriert • dies scheint eine Bewegung der Masse der Bevölkerung zu sein • staatlich kontrollierte Massenmedien bilden die Meinung • auch der Lehrer entwickelt sich zum Duckmäuser (h) Welche Haltung nimmt der Lehrer gegenüber der politischen Situation ein? • durch Fragezeichen bei „Ja, warum?“ brauche man Kolonien wird innere Kritik am Thema deutlich • „nun lasset uns hören“ erinnert an Gebetsaufforderung, Abkehr von Realität • er hat nicht den Mut, öffentlich Kritik zu üben, denn er weiß, dass das Folgen haben würde • Kernsatz: „Wenns auch weh tut, was vermag der einzelne gegen alle“ • man könne sich nur heimlich ärgern und auch dazu habe er keine Lust mehr • bleibt ihm nur der völlige Rückzug, was am Ende auch geschieht • der Gebrauch der negativ besetzten Verben „lispelt, heult, bellt, girrt, droht“ fällt auf • verdeutlicht seine Kritik am Radio und an den offiziellen Aussagen (i) Welche Funktion hat nach Aussage des Erzählers der Fußballsport? Woran erkennt man das im Text? • dient der Ablenkung von eigener, oft unbefriedigender, Lebenssituation • erkennbar an: „Dann hat er alles vergessen“ IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 18 of 24 TEIL C DRAMA – GOTTHOLD EPHRAIM LESSING: NATHAN DER WEISE Bearbeiten Sie in diesem Teil entweder die Aufgabe C1 oder C2 oder C3 (je nach Bearbeitung von Aufgabe B)! Aufgabe C1: Stellen Sie dar, warum „Nathan der Weise“ seit 2001 wieder „brennende“ Aktualität gewann. Gehen Sie dabei auch kurz darauf ein, warum das Werk zwischen 1933 und 1945 von deutschen Spielplänen verschwunden war. (Literarische Interpretation und Erörterung: ca. 400–450 Wörter) • Lessing selbst glaubte nicht an die Wirksamkeit seines Dramas „Nathan der Weise“ • er glaubte erstaunlicherweise nicht einmal daran, dass es je aufgeführt wird • im Gegensatz dazu kann man durch einfaches Googln feststellen, dass es eines der häufiger gespielten Theaterstücke der Jetztzeit ist • und warum es seit 2001 wieder brennende Aktualität besitzt • bleibt die Frage, warum es zwischen 1933 und 1945 auf deutschen Bühnen nicht gespielt wurde • in folgendem Zitat steckt die Begründung für die „brennende“ Aktualität des Dramas: • „Dummheit, • Ignoranz, • blinde Aggression und die • bewusste Verbreitung von Unwahrheiten gehören heute wie zu Zeiten Lessings zu den großen • Bedrohungen unserer Zivilisation. Diesem Fundament der Intoleranz muss auch heute mit allen legitimen Mitteln entgegengetreten werden. Der Toleranzbegriff Lessings darf nicht mit weltanschaulicher Gleichgültigkeit verwechselt werden. Nur das ernsthafte Bemühen um gegenseitiges Verständnis und das Zugehen auf den Andersdenkenden machen eine Grundhaltung der Toleranz möglich. Dazu gehört jedoch auch, eigene Position zu entwickeln und sie zu verteidigen. So wie es Nathan nicht gleichgültig ist, was der Tempelherr oder Daja über ihn denken, so darf es auch uns heute nicht egal sein, wenn Vorurteile, Schein- und Halbwahrheiten das freie Denken und Handeln des Menschen zu be- oder verhindern drohen.“ [Thomas Rahner, Mentor Lektüre Durchblick „Nathan der Weise“, München 2005, S. 51] • besonders wichtig sind die von Lessing geforderten Werte im Zuge der globalen Bedrohung durch den radikalen Islam • seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Begriff „Islamismus“ präsent IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 19 of 24 Erscheinungsformen und Ziele (kurz): • Ablösung westlicher Werte durch islamische • Zerstörung des (religiösen) Pluralismus • die islamische Ordnung mit Gewalt durchzusetzen • die auch durch die Aufklärung hart errungenen Werte lehnen die Vertreter völlig ab • z. B. Individualität, Bildung, Emanzipation und Rechtssicherheit • Fortschrittsglaube des Westens wird abgelehnt • Anhänger der islamistischen Ideologie missachten die Grund- und Menschenrechte • drakonische Strafen durch die Scharia Dagegen stehen die Werte und Handlungsweisen Nathans und die Forderungen der Ringparabel an die Religionen, deswegen auch die anhaltende Aktualität: • verkörpert das Humanitätsideal der (westlichen) Aufklärung • Unabhängigkeit von Mächtigen und Ideologien • Ablehnung extremer Vorstellungen • Toleranz gegenüber anderen Religionen • Kritikfähigkeit, auch Selbstkritik • Überwindung aller trennenden Schranken • Tolerierung Andersdenkender und Andersgläubiger • Religionen müssen ein am Guten orientiertes Handeln zeigen • Toleranz und Pluralismus im friedlichen Nebeneinander • durch Nächstenliebe, Sanftmut und Wohltun in Form eines friedlichen Wettstreits werde sich die wahre Religion erweisen • daher auch Zukunftsglaube • Wertsetzung durch Pluralismus und Toleranz Die Vorstellungen der Faschisten in Deutschland zwischen 1933 und 1945 unterschieden sich nur in einigen Aspekten von den rückwärtsgewandten Ideen der Islamisten, abgesehen von der Religion. Dazu kamen natürlich noch der Antisemitismus und der allgemeine Rassismus der Nazis. Der Jude Nathan als Verfechter der Werte der westlichen Zivilisation, wie sie die Aufklärung auch in Deutschland forderte, konnte unter den Nazis nicht auf die Bühne kommen. oder IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 20 of 24 Aufgabe C2: Fassen Sie die „Ringparabel“ kurz in eigenen Worten zusammen und interpretieren Sie sie ausführlich. (Interpretation: ca. 400–450 Wörter) • im 3. Aufzug, 7. Auftritt • auch von Spannungskurve her Höhepunkt des Dramas • veranlasst durch Saladins Aussage: „Von diesen drei Religionen kann doch eine nur die wahre sein.“ • nach kurzer Bedenkzeit beschließt Nathan, dem Sultan ein „Märchen“ zu erzählen Ausgangssituation der Ringparabel: • ein Mann besitzt einen Ring, der die Kraft hat, den beliebt zu machen, der auch an diese Kraft des Rings glaubt • dieser Ring wird an den liebsten Sohn vererbt, der dann auch Familienvorstand wird • der Mann setzt auch fest, dass dieser Sohn den Ring auch nur an seinen Lieblingssohn vererben sollte • so wäre garantiert, dass er in der Familie bleibt Auslösendes Moment: • ein Vater liebt drei Söhne gleichmäßig • er verspricht jedem seiner Söhne den Ring • um das Problem zu lösen und keinen der Söhne zu kränken, lässt der Vater den Ring zweimal kopieren • die Kopien sind äußerlich so vollkommen, dass selbst der Vater dann die drei Ringe nicht mehr unterscheiden kann • nach dem Tod des Vaters beginnt der Streit der Söhne • verständlicherweise will jeder der Herr des Fürstentums sein • aber es gibt keine Lösung des Problems • „der rechte Ring war nicht Erweislich; – … als und itzt – der rechte Glaube.“ Höhepunkt: • die Söhne verklagen sich gegenseitig, auch wenn es ihnen schwerfällt • da keiner glauben will, dass der Vater zwei von ihnen betrogen hat • der Richter meint, dass der echte Ring vermutlich verloren gegangen ist • denn das Versprechen, dass der echte Ring beliebt machen könne, sei nicht erfüllt • denn bisher würde jeder von den Söhnen nur sich am meisten lieben • alle drei seien betrogene Betrüger Lösung: • der Richter gibt ihnen einen Rat: • jeder könne glauben, dass er den echten Ring habe • weil der Vater vielleicht die Vorherrschaft des einen Rings (Sohns) verhindern wollte • „Es strebe von euch jeder um die Wette, Die Kraft des Steins in seinem Ring´an Tag Zu legen!“ • dieses Streben soll unterstützt werden durch Liebe, Sanftmut und Wohltun • nach vielen Generationen wird dann ein weiserer Richter die Entscheidung treffen können, welcher Ring der echte ist • Saladin erkennt, dass die Zeit des Richtens noch nicht gekommen ist IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 21 of 24 Übertragungsebene und Interpretation: • die Ringe stehen stellvertretend für die drei monotheistischen Glaubensrichtungen Judentum, Christentum und Islam • sie stehen ständig in kriegerischen Auseinandersetzungen darum, welche die wahre Religion sei • denn eigentlich kann man sie von den Grundgedanken her nicht unterscheiden • auf den Einwurf Saladins, dass die Religionen wohl zu unterscheiden seien, allein schon an Kleidung, Speisen und Getränken erkennbar • meint Nathan, dass das die Folge der Geschichtlichkeit (geschichtlicher Überlieferungen) sei • und Geschichte müsse „auf Treu und Glauben“ akzeptiert werden • außerdem glaube man den Mitgliedern der eigenen Familie mehr als Fremden • also folgt man ihnen • aus dem Lösungsversuch des Richters ergibt sich aber eine Forderung an die Vertreter der drei Religionen: • sie müssen ein am Guten orientiertes Handeln zeigen • Toleranz und Pluralismus im friedlichen Nebeneinander • durch Nächstenliebe, Sanftmut und Wohltun in Form eines friedlichen Wettstreits werde sich die wahre Religion erweisen • in diesem friedlichen Wettkampf müssen sie sich bewähren, damit sich nach vielen Generationen (vielleicht) zeigen kann, welche die wahre Religion sei (Gottes Plan) • es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die drei Ringe Fälschungen sind • übertragen: die drei Religionen unwahr sind • denn offenbar gelinge es keiner, die von Gott geforderte Humanität zu praktizieren oder Aufgabe C3 (Fragen zum Text – Quelle 2): Beantworten Sie, von der angegebenen Textstelle ausgehend, die Fragen zum Drama „Nathan der Weise“. (a) Beschreiben Sie bitte, worum es in dem Textausschnitt geht. • Al-Hafi teilt Saladin mit, dass Sittah von ihrem Vermögen die Staatskasse fülle • Saladins Spielschulden habe sie sich nie auszahlen lassen • Saladin ist über die Großzügigkeit seiner Schwester erfreut • Saladin erkennt, dass sein Staat eigentlich bankrott ist • aber er meint von sich, dass er ja nichts brauche • Sittah will Al-Hafi dazu bringen, Geld von Nathan zu leihen • denn er habe Nathan wegen seines Reichtums und seiner Weisheit gelobt • Al-Hafi möchte das verhindern und macht Nathan schlecht IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 22 of 24 (b) Ordnen Sie diese Textstelle begründet in die Dramenhandlung ein. • Nathan, ein reicher Jude, kehrt von einer erfolgreichen Geschäftsreise zurück • Recha, die Ziehtochter Nathans, wurde von einem Tempelritter aus den Flammen des Hauses gerettet • sie glaubt, von einem Engel gerettet worden zu sein • der Tempelherr wurde von Saladin begnadigt, da er Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Bruder des Sultans haben soll • Nathans Freund, der Derwisch Al-Hafi, ist Schatzmeister bei Saladin geworden • da Saladins Kassen immer leer sind, bittet Al-Hafi Nathan um Geld • Nathan möchte sich mit dem Tempelherrn treffen • der Patriarch will, dass der Tempelherr einen Anschlag auf Saladin verübt, er lehnt ab • überzeugen soll ihn der Klosterbruder, dieser distanziert sich aber vom Auftrag • Saladin spielt mit seiner Schwester Sittah Schach • ein drohender Krieg bereitet ihm Sorgen, er spielt unkonzentriert und verliert Einordnung der Textstelle! • Rechas Verliebtheit in den Tempelherrn wird bekannt • im Gespräch kann Nathan den Tempelherrn für sich gewinnen, er bietet ihm seine Freundschaft an • Saladin bittet Nathan zu sich • der Tempelherr erinnert Nathan an einen Freund • Al Hafi rät Nathan vom Besuch beim Sultan ab • im Gespräch zwischen Recha und dem Tempelherrn wird die Zuneigung beider deutlich • der Tempelherr ist verwirrt, da er meint, Recha sei Jüdin • beim Treffen von Saladin und Nathan stellt jener überraschend die Frage nach der rechten Religion • erstaunt beschließt Nathan, die Antwort in Form eines Märchens zu geben • er erzählt die Parabel von den drei Ringen • ergriffen bietet Saladin Nathan die Freundschaft an und dieser ihm Geld zur Kriegsführung • Saladin möchte den Tempelherrn sprechen und ihn Sittah vorstellen • der Tempelherr bittet um Rechas Hand, trotz seines Gelübdes • Nathan zögert, da er vermutet, dass beide verwandt seien • der Tempelherr erfährt von Daja, dass Recha Christin ist • er ist, wegen seiner Intoleranz, entsetzt, dass Nasthan sie jüdisch erzogen hat • der Tempelherr teilt dem Patriarchen die Geschichte Rechas mit • der Ziehvater Rechas solle auf den Scheiterhaufen, dafür braucht der Patriarch die Hilfe Saladins • Saladin erhält das Darlehen von Nathan • der Tempelherr und Saladin schließen Freundschaft • es kommt zu einem Streitgespräch über Nathan • Sittah erkennt die Ähnlichkeit des Tempelherrn mit ihrem Bruder Assad IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 23 of 24 • der Klosterbruder hat vor Jahren das Christenkind Recha zu Nathan gebracht • wenige Tage vorher hatten ihm Christen seine Gattin und sieben Söhne ermordet • der Klosterbruder erinnert sich an ein begleitendes Schreiben • der Tribut aus Ägypten trifft ein • der Tempelherr wird sich seiner Fehler bewusst und anerkennt die Erziehungsleistung Nathans • er hat das Brevier Wolfs von Filnek erhalten • Tempelherr gesteht Nathan seine Schuld, möchte Recha heiraten, um sie zu retten • Nathan vertröstet ihn und meint, Rechas Bruder müsse darüber die Entscheidung fällen • Recha beweint bei Sittah, dass sie, laut Daja, nicht Nathans Tochter sei • Saladin solle ihr nicht den Vater nehmen • Saladin meint, Recha solle sich nach jemandem umsehen, „der mit ihr um die Wette leben wolle“ • nach einiger Verwirrung erklärt Nathan, dass Recha die Schwester des Tempelherrn sei • mühsam erkennt der Tempelherr sein Glück • Nathan belegt auch noch, dass Blandas (Rechas) und Leus (Tempelherr) Vater der Bruder von Saladin und Sittah gewesen sei • Saladin schließt die Kinder seines Bruders in die Arme (- und Nathan bleibt alleine, traurig, kinderlos und ohne Verwandtschaft im Abseits stehen) (c) Stellen Sie bitte die etwas verwirrende finanzielle Situation am Hofe des Sultans verständlich dar. Worin liegen die Ursachen dafür? • Geldmangel steht hier im Vordergrund • Tributgelder aus Ägypten, die Sittahs und Saladins Vater hätte eintreiben sollen, sind noch nicht angekommen • da Saladin permanent in Geldnot ist, hat Sittah von ihrem Privatvermögen den gesamten Staatshaushalt bestritten • selbst die beim Schach gewonnen Beträge hat sie sich nie auszahlen lassen, da ja eh nichts da gewesen wäre • Saladin war sich bis dahin der Situation nicht bewusst • er ging bisher davon aus, dass ein Überschuss in der Staatskasse vorhanden sei • die Ursachen liegen in der teuren Kriegsführung • sicherlich auch, dass Sittah ihr Privatvermögen vorher vom Bruder erhalten hat • auch ist die Sorglosigkeit Saladins zu nennen • außerdem hat Saladin einen Bettelmönch zum Schatzmeister gemacht, weil der am besten in der Lage sei, die Not der Armen zu lindern, was Saladins erklärtes Ziel ist – und das kostet Geld IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 24 of 24 (d) Was ist ein Derwisch eigentlich und welche Aufgabe hat Al-Hafi am Hof Saladins? Wie und warum kommt er zu dieser Position? • ein Derwisch ist ein islamischer Bettelmönch • eigentlich leben sie in Einsiedeleien oder Klöstern • er hat die Bitte, Saladins Verwalter des Hofschatzes zu werden, nicht ablehnen können • denn, was ein Derwisch für gut hält, das muss er auch tun, auch wenn es ihm schwerfällt • Al-Hafi wurde zum Schatzmeister, weil er am besten die Armen verstehe • er soll die Bettler im Land so beschenken, dass es keine Bettler mehr gibt (e) Was erfahren Sie aus der kurzen Szene über den Charakter von Sittah und Saladin? • Saladin scheint sehr genügsam und gläubig zu sein • mit Pferd, Kleid, Schwert und Gott wäre er zufrieden • die Wahl Al-Hafis zeigt die Gutwilligkeit und Menschlichkeit des Saladin • aber zu einem gewissen Maße auch seine Naivität • die Beziehung zwischen den Geschwistern scheint sehr harmonisch zu sein • Sittah unterstützt ihren Bruder in allen Belangen • sie ist gleichberechtigt, wenn nicht sogar die treibende Kraft in vielen Belangen (f) Was hält nach seinen eigenen Aussagen, die hier Sittah zitiert, Al-Hafi von Nathan? • er scheint gesagt zu haben, dass Nathan sein Freund sei • sowohl diese Freundschaft und auch Nathan scheint er hoch gelobt zu haben • Nathan sei zugleich weise und sehr reich • die Weisheit gebietet ihm, dass er niemandem Geld borgt • Al-Hafi meint, dass Nathan Verstand habe, zu leben wisse und Schach spiele • er gibt sein Geld großzügig an die Armen, ohne Ansehen der Religion (g) Was ist auffällig an der von Al-Hafi geäußerten Textstelle: „Wie? von einem Juden? Von einem Juden hätt' ich das gesagt? […] Ja so! von dem! vom Nathan! – Fiel Mir der doch gar nicht bei. – Wahrhaftig? Der Ist endlich wieder heimgekommen? Ei!“? • er verleugnet mehrfach, dass er über Nathan mit Sittah gesprochen hat • die Betonung des „Juden“ deutet an, dass es auch an Saladins Hof nicht üblich war, mit einem Juden befreundet zu sein • es ist natürlich gelogen, dass er sich nicht an den Namen erinnert • sein Erstaunen („Ei!“) ist gespielt, denn er hat ja schon mit ihm gesprochen und festgestellt, dass Nathan sehr erfolgreich gewesen sei • dadurch möchte er Nathan schützen Total: 80 Punkte IEB Copyright © 2017

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