Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE EXAMINATION
STATE 2017
GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II
MARKING GUIDELINES
Zeit: 21/2 Stunden 80 Punkte
These marking guidelines are prepared for use by examiners and sub-examiners,
all of whom are required to attend a standardisation meeting to ensure that the
guidelines are consistently interpreted and applied in the marking of candidates'
scripts.
The IEB will not enter into any discussions or correspondence about any marking
guidelines. It is acknowledged that there may be different views about some
matters of emphasis or detail in the guidelines. It is also recognised that,
without the benefit of attendance at a standardisation meeting, there may be
different interpretations of the application of the marking guidelines.
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
You're offline
Skip to contentMemorandum View all
German HL P2 (State) MG 2017 hlayiso.com
German HL · Grade 12 · 2017. Memorandum, 24 pages. Read online or download the PDF.
- Subject
- German HL
- Grade
- Grade 12
- Document type
- Memorandum
- Year
- 2017
- Paper
- 2
- Publisher
- IEB
- Pages
- 24
- File size
- 418.0 KB
Loading document…
Loading document…
1 of 24
Document textSearch extracted text and jump to a page.
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 2 of 24
TEIL A INTERPRETATION VON GEDICHTEN (POETRY)
A1 – Interpretation zweier bekannter Gedichte (seen poems)
Wählen Sie zwei der vier möglichen Aufgaben aus, aber nicht 1 und 2 gemeinsam!
[Die Einzelfragen sollten in vollständigen Sätzen so beantwortet werden, dass
auch eine angemessene Wortanzahl erreicht wird.]
Aufgabe A1.1 zu dem Gedicht „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang
von Goethe
oder
Aufgabe A1.2 (a–f) zu dem Gedicht „Grenzen der Menschheit“ von Johann
Wolfgang von Goethe
oder/und
Aufgabe A1.3 zu dem Gedicht „Die Krücken“ von Bertolt Brecht
oder/und
Aufgabe A1.4 (a–e) zu dem Gedicht „Die Welt“ von Christian Hofmann von
Hofmannswaldau
Aufgabe A1.1: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Grenzen der
Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe. (ca. 250 bis 300 Wörter)
• Inhalt des Gedichts „Grenzen der Menschheit“ ist das Verhältnis der Menschen
zum Göttlichen
• fünf Strophen, Strophe 1 und 2 je 10 Verse, die Strophen 3 und 4 je 8 Verse
und die fünfte Strophe 6 Verse, deutet auf Zuspitzung hin
• kein erkennbarer Reim, kein durchgängiges Metrum
• die Strophen 1, 3 und 5 bestehen aus einem Satz, die beiden anderen aus
zwei
• wichtig ist das Bild des „Heiligen Vaters“ oder der „Götter“ in der 1. und der 4.
Strophe
• mit uralter heiliger Gestalt
• Heiliger Vater
• gelassene Hand
• segnende Blitze (Oxymoron) säend, die auch eine Bedrohung darstellen
können
• ein ewiger Strom mit vielen Wellen
• aber erhebt sich der Mensch gegenüber den Göttern (Gott), verliert er die
Bodenhaftung
• evtl. auch intellektuelle Annäherungsversuche (Scheitel) schon gefährlich
• dies würde Unsicherheit erzeugen und der Mensch wird zum Spielball von
Wolken und Winden
• denn die Erde ist die Domäne des Menschen
• Mensch steht mit festen und markigen Knochen auf dieser Erde
• sie ist für ihn wohlgegründet und beständig
• diese positiven Aspekte werden dadurch relativiert, dass der Mensch dann
beschränkt bleibt auf diese Ebene
• er reicht weder auf zur Rebe noch zur Eiche (Gottes Schöpfung)
• auffallend sind hier die häufigen Inversionen, die dem Gedicht einen feierlichen
Ton geben
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 3 of 24
• im Mittelpunkt der Überlegungen des lyrischen Ichs steht die Frage, was
„Götter von Menschen“ „unterscheidet“
• vor Göttern bewegen sich viele Wellen, Anzeichen eilen einem Strom gleich
voraus
• diese Wellen „wandeln“, sind für Götter nur Begleitung ohne Bedrohung
• Mensch ist ein Spielball dieser Wellen
• diese Wellen können erheben oder Untergang bringen
• wenn sie Menschen verschlingen, versinken die auf Nimmerwiedersehen
• die Begrenztheit, aber auch das Dauerhafte der Menschheit werden deutlich
• Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen
• „ein kleiner Ring begrenzt unser Leben“
• die unterschiedlichen Geschlechter (Ahnenreihe und Nachfahren) bilden eine
unendliche Kette
• Kette weist auf Festigkeit, Stärke, der Ring auf Schwäche und Auflösbarkeit
• nur dieses Dasein in der Generationenfolge hat Dauer
oder
Aufgabe A1.2: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Grenzen
der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe.
(a) Beschreiben Sie die äußere Form des Gedichts.
• fünf Strophen, Strophe 1 und 2 je 10 Verse, die Strophen 3 und 4 je 8
Verse und die fünfte Strophe 6 Verse, deutet auf Zuspitzung hin
• kein erkennbarer Reim, kein durchgängiges Metrum
• die Strophen 1, 3 und 5 bestehen aus einem Satz, die beiden anderen
aus zwei
(b) Welches Bild des „Heiligen Vaters“ oder der „Götter“ wird in der ersten
und der vierten Strophe gezeichnet?
• uralte heilige Gestalt
• Heiliger Vater
• gelassene Hand
• segnende Blitze säend, die auch eine Bedrohung darstellen können
• ein ewiger Strom mit vielen Wellen wandelt vor ihnen
(c) Was geschieht, wenn der „Mensch“ sich mit „Göttern“ „messen“ möchte?
• erhebt sich der Mensch gegenüber den Göttern (Gott), verliert er die
Bodenhaftung
• evtl. auch intellektuelle Annäherung (Scheitel) schon gefährlich
• das erzeugt Unsicherheit und er wird zum Spielball von Wolken und
Winden
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 4 of 24
(d) Die Erde ist die Domäne des Menschen und wird als solche positiv
gezeichnet, doch diese Gebundenheit an das Irdische hat auch negative
Auswirkungen. Welche sind das?
• Mensch steht mit festen und markigen Knochen auf der Erde
• die Erde ist für ihn wohlgegründet und beständig
• diese positiven Aspekte werden dadurch relativiert, dass der Mensch
dann beschränkt bleibt auf diese Ebene
• er reicht weder auf zur Rebe noch zur Eiche (Gottes Schöpfung)
(e) Arbeiten Sie in eigenen Worten oder an einem selbst gewählten Beispiel
heraus, was laut vierter Strophe „Götter von Menschen“ „unterscheidet“.
• vor Göttern bewegen sich viele Wellen, Anzeichen eilen einem Strom
gleich voraus
• diese Wellen „wandeln“, sind für Götter nur Begleitung ohne Bedrohung
• Mensch ist ein Spielball dieser Wellen
• diese Wellen können erheben oder Untergang bringen
• wenn sie Menschen verschlingen, versinken die auf Nimmerwiedersehen
• das ließe sich auch an einem Beispiel eigener Wahl erläutern
(f) Inwiefern werden in der fünften Strophe die Begrenztheit und das
Dauerhafte der Menschheit oder des menschlichen Seins deutlich?
• Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen
• ein kleiner Ring begrenzt unser Leben
• die unterschiedlichen Geschlechter (Ahnenreihe und Nachfahren) bilden
eine unendliche Kette
• Kette weist auf Festigkeit, Stärke, der Ring auf Schwäche und
Auflösbarkeit
• nur dieses Dasein der Generationen hat Dauer
und/oder
Aufgabe A1.3: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichts „Die Krücken“
von Bertolt Brecht. (ca. 250 bis 300 Wörter)
• Gedicht mit vier Strophen bei jeweils vier Versen
• die einleitenden zwei Verse sind fünfhebig, der Rest durchgehend vierhebig
• die Reime besitzen alle eine weibliche Endung, außer in den Versen 2 und 4,
die dadurch in ihrer analytischen Härte hervorgehoben werden
• das Metrum ist durchgehend der Trochäus
• kurze Feststellungen als Kernaussagen in der ersten Strophe: „zu dem
großen Arzte kam“ und „ich bin lahm“
• von dieser (Selbst)Erkenntnis ausgehend beginnt dann die Heilung
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 5 of 24
• folgenden Gedankengängen kann man folgen:
• Zitat: „Brecht hat hier eindrucksvoll die Folgen beschrieben, die entstehen,
wenn einem Organ, hier dem Bewegungsapparat, die Funktion abgenommen
und dessen Leistung ständig durch Hilfe von aussen ersetzt wird: Die
Eigenleistung verkümmert bis zum Erlöschen.“
• die Krücken stehen hierfür
• Fachterminus: „Funktionelle Therapie“
• „Brechts Arzt behandelt eine Krankheit, die durch falsche Behandlung
chronifizierte, dadurch zur Abhängigkeit führte und selbst zur Krankheitsursache
wurde.“
• „Brechts Arzt begann die Therapie mit dem Zerbrechen der Krücken. Die
Naturheilkunde bezeichnet die Beseitigung krankmachender Abhängigkeiten
als ,Ordnungstherapieʻ“
• „Zur vollen Wiederherstellung der Funktion bedarf es dann der Übung. ,Geh,
fall, kriech auf allen Vieren!ʻ ist allerdings ein Appell, den Brecht gewiss mit
Recht auf andere Lebensbereiche bezieht. Er setzt voraus, dass der
Genesende zu einem unter Umständen harten Übungsprogramm bereit sein
muss.“
• „Wie schwierig der Weg zur Gesundheit angesichts der Verlockungen zur
Ersatzleistung sein kann, hat Brecht grossartig beschrieben: ,Nur zuweilen,
wenn ich Hölzer sehe, gehe ich für Stunden etwas schlechterʻ.“
[Aus: Claus Ruda: „Bertolt Brecht und die Naturheilkunde“ in: Schweizerische Zeitschrift
für Ganzheitsmedizin, Schweiz Z Ganzheitsmed 2011;23:105–108
<https://www.karger.com/Article/Pdf/325942>]
• zusätzliche Betrachtungen:
• spontane Feststellung der Selbstverständlichkeit der Leiden (große Erfahrung)
• freundlicher Hinweis, den Versuch zu unternehmen, ohne Stütze zu leben
• die Hilfsmittel werden sehr abfällig als „Plunder“ bezeichnet, womit in anderen
Lebensbereichen auch Besitz und Wohlstand bezeichnet werden könnten
• Steigerung der Aufforderung durch „lachend wie ein Ungeheuer“
• etwas unverständliches Zerbrechen der Krücken auf dem Rücken des Kranken
• die Folge ist die Heilung, (auch fast zwangsweise), da kein unterstützendes
Hilfsmittel mehr vorhanden
• Schlussgedanke: jeder muss und kann auf eigenen Beinen stehen,
unabhängig von der, auch gesellschaftlichen, Situation
und/oder
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 6 of 24
Aufgabe A1.4: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Die Welt“
von Christian Hofmann von Hofmannswaldau.
[10 Punkte]
(a) Beschreiben Sie die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim, Metrum, …).
• Gedicht hat 16 Verse mit durchgängigem Kreuzreim
• auch dementsprechend abwechselnd weibliche und männliche Reime
• fünfhebiger Jambus
• inhaltliche Aufteilung in je acht Verse
(b) Das Gedicht beginnt mit den beiden Fragen zum Istzustand der Welt. Worin
liegen denn nach Auffassung des lyrischen Ichs das „berühmte[s]
Glänzen“ und die „ganze Pracht“ der Welt?
• Hervorhebung durch Parallelismus
• der vom lyrischen Ich aufgeführte Schein:
• schnöder Schein und schneller Blitz
• buntes Feld und schönes Krankenhaus
• ein Sklavenhaus und Alabaster zur Abdeckung, Verschleierung der
Wirklichkeit
(c) Wodurch kennzeichnet das lyrische Ich die Wertlosigkeit all dessen in den
ersten acht Versen?
• die Wirklichkeit, die dahinter kurzfristig verborgen bleibt, sich dann aber
bahnbricht
• Wertlosigkeit zu Begrenztheit (schnöde zu kurzgefasst)
• Bedrohliches in der Dunkelheit, der Undurchschaubarkeit
• Kummer(disteln), und Krankheit
• Sklaverei und Fäulnis im tödlichen Grab
(d) An diese Darstellung von Schein und Wirklichkeit der Welt schließt das
lyrische Ich eine Aufforderung an. Wozu wird der Mensch in den Versen 10
bis 14 aufgefordert?
• zuerst Erkenntnis, dass all dies die Basis unserer irdischen Existenz ist
• diese menschliche (fleischgebundene) Sichtweise wird uns vor Augen
geführt, damit wir darüber hinaus blicken können
• die Seele soll den Blick ermöglichen über den Kreis der Welt hinaus
• Blick aufs Jenseits, auf Gott und das Paradies
(e) Welches Ziel kann, wenn man dem Rat folgt, dann nach Auffassung des
lyrischen Ichs mit Leichtigkeit erreicht werden?
• Mensch kann und soll sich von der scheinhaften Pracht der Welt
abwenden
• auf Lust und diesseitige Freuden soll verzichtet werden
• direkte Anrede des Lesers („du“)
• diesen Port als sicheren Zielhafen der Existenz wird der Mensch dann
erreichen
• dort werden Ewigkeit und Schönheit sich umfassen (Paradies)
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 7 of 24
A2 – Interpretation eines unbekannten Gedichts (unseen poem) [10 Punkte]
Wählen Sie eine der vier Aufgaben aus!
[Die Einzelfragen sollten in vollständigen Sätzen so beantwortet werden, dass
auch eine angemessene Wortanzahl erreicht wird.]
Aufgabe A2.1 oder Aufgabe A2.2 (a–e) zu dem Gedicht „Täglich zu singen“ von
Matthias Claudius oder Aufgabe A2.3 oder Aufgabe A2.4 (a–f) zu dem Gedicht
„Stille der Nacht“ von Gottfried Keller
Aufgabe A2.1: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Täglich zu
singen“ von Matthias Claudius (mind. 250 Wörter).
• das lyrische Ich trägt jubelnd ein Danklied vor und zeigt sich in vollem Maße
glücklich über seine Existenz
• auffallend ist bei der äußeren Form des Gedichtes „Täglich zu singen“ das
Volksliedhafte
• neun Strophen mit je vier Versen
• Kreuzreim mit abwechselnd männlichem und weiblichem Reim
• jambisches Metrum mit abwechselnd vier und drei Hebungen
• auch abwechselnd männliche und weibliche Kadenz
• das Danklied zu Beginn des Gedichts wird mit dem für Gebete üblichen
„Amen“ abgeschlossen
• Mensch bedankt sich für sein Hiersein auf der Erde, verstärkt durch
zweimaliges „bin, bin“
• Zufriedenheit mit eigenem Aussehen: „schön menschlich Antlitz!“
• Ausrufezeichen als Ironisierung, Infragestellung?
• intensives Naturerlebnis, vom Globalen bis ins Detail gehend
• abendliche Naturbetrachtung und damit einhergehende Besinnlichkeit
• selbst die innere Stimmung, die es an Kindertage zur Zeit der weihnachtlichen
Bescherung erinnert, macht es glücklich und zufrieden
• erstaunlicherweise bedankt sich das lyrische Ich dafür, dass es kein König und
kein Millionär geworden ist
• Saitenspiel als überschwänglicher Dank dafür, kein König geworden zu sein,
kein großer reicher Mann
• Schmeicheleien der Umstehenden, der Abhängigen hätten das lyrische Ich
vermutlich verdorben
• Ehr, im Sinne von Verehrung, „treibt und bläht“, Bild des Getriebenseins, der
Aufgeblähtheit
• vielen habe es das Gute (Herz) ausgetrieben, die Ehrenhaftigkeit wäre damit
verloren
• „wacker“ kann hier vollumfänglich verwendet werden: weder mutig noch tapfer,
weder brav noch ehrenhaft wird der Mensch dadurch
• für Menschen sind andere Sachen als Besitz und Geld wichtig
• wichtig sind Gesundheit, Schlaf, im Sinne von gut schlafen können, da ohne
moralische Verfehlung
• außerdem noch guter Mut, im Sinne von guten Mutes sein, positiv gestimmt
• denn die sind trotz aller Abwägungen ein großer Segen und der gerechte Lohn
der Gerechten, die es geblieben sind
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 8 of 24
• positiv vielleicht auch, dass das sich Quälen wegen des materiellen Besitzes
oder des Verlustes desselben wegfällt
• abschließend bittet das lyrische Ich nur um einen einfachen täglichen
Lebensunterhalt
• auffallend ist das tiefe Vertrauen des lyrischen Ichs auf Gott
• es ist ein „Gott gebe“ und keine Bitte wie „Gott, gib“, darin liegt schon
Gewissheit
• da Gott es den Sperlingen und anderen Lebewesen gibt, warum soll er es dem
Menschen nicht auch geben
• besonders da das lyrische Ich von den negativen Auswirkungen von Reichtum
und Macht verschont blieb und bleiben wird
oder
Aufgabe A2.2: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Täglich
zu singen“ von Matthias Claudius.
(a) Beschreiben Sie kurz die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim,
Metrum, …).
• neun Strophen mit je vier Versen (Volksliedstrophe)
• Kreuzreim mit abwechselnd männlichem und weiblichem Reim
• jambisches Metrum mit abwechselnd vier und drei Hebungen
• auch abwechselnd männliche und weibliche Kadenz
(b) Wofür bedankt sich das lyrische Ich im mit „Amen“ abgeschlossenen
Danklied der ersten bis dritten Strophe?
• sein Hiersein auf der Erde, Existenz, verstärkt durch zweimaliges „bin,
bin“
• Zufriedenheit mit eigenem Aussehen: „schön menschlich Antlitz!“
• Ausrufezeichen als Ironisierung, Infragestellung?
• intensives Naturerlebnis, vom Globalen bis ins Detail gehend
• abendliche Naturbetrachtung und damit einhergehende Besinnlichkeit
• selbst die innere Stimmung, die es an Kindertage zur Zeit der
weihnachtlichen Bescherung erinnert, macht es glücklich und zufrieden
(c) In den Strophen vier bis sechs bedankt sich das lyrische Ich
erstaunlicherweise dafür, dass es kein König und kein Millionär geworden
ist. Warum ist das für das lyrische Ich so wichtig?
• Saitenspiel als überschwänglicher Dank dafür, kein König geworden zu
sein, kein großer reicher Mann
• Schmeicheleien der Umstehenden, der Abhängigen hätten das lyrische
Ich vermutlich verdorben
• Ehr, im Sinne von Verehrung, „treibt und bläht“, Bild des Getriebenseins,
der Aufgeblähtheit
• vielen habe es das Gute (Herz) ausgetrieben, die Ehrenhaftigkeit wäre
damit verloren
• „wacker“ kann hier vollumfänglich verwendet werden: weder mutig noch
tapfer, weder brav noch ehrenhaft wird der Mensch dadurch
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 9 of 24
(d) Was ist für das lyrische Ich besonders wichtig für Menschen und aus
welchem Grund?
• wichtig sind Gesundheit, Schlaf, im Sinne von gut schlafen können, da
ohne moralische Verfehlung
• außerdem noch guter Mut, im Sinne von guten Mutes sein, positiv
gestimmt
• denn die sind trotz aller Abwägungen ein großer Segen und der
gerechte Lohn der Gerechten, die es geblieben sind
• positiv vielleicht auch, dass das sich Quälen wegen des materiellen
Besitzes oder des Verlustes desselben wegfällt
(e) Woran ist das Vertrauen des lyrischen Ichs auf Gott in der letzten Strophe
erkennbar?
• es ist ein „Gott gebe“ und keine Bitte wie „Gott, gib“, darin liegt schon
Gewissheit
• da Gott es den Sperlingen und anderen Lebewesen gibt, warum soll er
es nicht auch dem Menschen geben
• besonders da das lyrische Ich von den negativen Auswirkungen von
Reichtum und Macht verschont blieb und bleiben wird
oder
Aufgabe A2.3: Schreiben Sie eine Interpretation des Gedichtes „Stille der
Nacht“ von Gottfried Keller (mind. 250 Wörter).
• das Gedicht „Stille der Nacht“ besteht aus sechs Strophen mit jeweils vier
Versen
• vierhebiger Jambus mit durchgehend männlichen Reimen
• Kreuzreim
• auffallend ist die stufenweise Abfolge von Einbildung (Imagination) bis zum
intensiven Nachdenken (in der 4. Strophe)
• ausgehend von der mit zwei Ausrufen begrüßten Sommernachtssituation
• hört das lyrische Ich „im Geist“, also imaginativ, Naturereignisse
• das verursacht von dem schweigenden „Urgebirge“, welches Unendlichkeit
andeuten könnte
• schweigend wie das Nachtgebet des lyrischen Ichs
• in weiter Ferne meint es, das Meer und die Brandung zu vernehmen
• das Hören des Flötentons geht über ins Ahnen
• im Ahnen steckt auch ein Empfinden und (noch) undeutliches Sehen
• davon verursacht sinnt (denkt) das lyrische Ich über die existenziellen Fragen
von Sterben und Geburt (nach)
• dieses Denken umspannt die ganze Welt
• das Denken umspannt auch das einfache „Menschenkind“ bis zum
„Heldenkind“
• in der dritten Strophe wird der Gegensatz von Westen und Osten (vermutlich)
in den Mittelpunkt gestellt
• aus dem Westen, der Sonnenuntergangsseite, trägt die Luft einen Flötenton
heran
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 10 of 24
• meist einhergehend mit friedlicher Stimmung
• aus dem Osten, der Sonnenaufgangsseite, ist schon das Anbrechen des
Tages zu erahnen
• in dieser friedlichen Zeit, in der Stille der Nacht, befindet sich das lyrische Ich
• in der vierten Strophe hebt das lyrische Ich den Gegensatz von Tod und
Geburt hervor
• eine Parallele zum Gegensatz von Osten und Westen, eine räumliche
Ganzheit erzeugend
• Geburt und Tod als Symbole für die Ganzheit der menschlichen und auch
übermenschlichen (Heldenkind) Existenz
• das Fühlen des Ichs (in der 5. Strophe) führt abschließend zur
Glaubensgewissheit
• in der Dunkelheit des Erdentals erfühlt das lyrische Ich ein Schweigen
• dieses Schweigen ist verbunden mit der Stille der Nacht und nur da erfühlbar
• daraus entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit in der Existenz
• auch die Erkenntnis, dass die Welt in ihrer Stille auch gut ist
• die Glaubensgewissheit wird besonders herausgestellt
• Schmerz und Spott verschwinden aus dem Grund des Herzens
• „endlich“ deutet auf das lange Sehnen nach dieser Kundgabe
• hier findet das Streben in der Stille der Nacht sein Ende, Gott offenbart seinen
Namen
• der Name zeigt das Kennen und auch Erkennen Gottes in der Natur
oder
Aufgabe A2.4: Bearbeiten Sie folgende Aufgaben zu dem Gedicht „Stille der
Nacht“ von Gottfried Keller.
(a) Beschreiben Sie kurz die äußere Form Gedichts (Strophen, Reim,
Metrum, …).
• sechs Strophen mit jeweils vier Versen
• vierhebiger Jambus mit durchgehend männlichen Reimen
• Kreuzreim
(b) Zeichnen Sie die stufenweise Abfolge von Einbildung (Imagination)
(2. Strophe) bis zum intensiven Nachdenken (in der 4. Strophe) nach.
• ausgehend von der mit zwei Ausrufen begrüßten Sommernachtssituation
• hört das lyrische Ich „im Geist“, also imaginativ, Naturereignisse
• verursacht von dem schweigenden „Urgebirge“, welches Unendlichkeit
andeuten könnte
• schweigend wie das Nachtgebet des lyrischen Ichs
• in weiter Ferne meint es, das Meer und die Brandung zu vernehmen
• das Hören des Flötentons geht über ins Ahnen
• im Ahnen steckt auch ein Empfinden und (noch) undeutliches Sehen
• davon verursacht sinnt (denkt) das lyrische Ich über die existenziellen
Fragen von Sterben und Geburt (nach)
• dieses Denken umspannt die ganze Welt
• das Denken umspannt auch das einfache „Menschenkind“ bis zum
„Heldenkind“
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 11 of 24
(c) Warum wird in der dritten Strophe der Gegensatz von Westen und Osten
(vermutlich) in den Mittelpunkt gestellt?
• aus dem Westen, der Sonnenuntergangsseite, trägt die Luft einen
Flötenton heran
• meist einhergehend mit friedlicher Stimmung
• aus dem Osten, der Sonnenaufgangsseite, ist schon das Anbrechen
des Tages zu erahnen
• in dieser friedlichen Zeit, in der Stille der Nacht, befindet sich das
lyrische Ich
(d) Welche Funktion hat der dargestellte Gegensatz von Tod und Geburt für
das lyrische Ich in der vierten Strophe?
• eine Parallele zum Gegensatz von Osten und Westen, eine räumliche
Ganzheit erzeugend
• Geburt und Tod als Symbole für die Ganzheit der menschlichen und
auch übermenschlichen (Heldenkind) Existenz
(e) Das dadurch hervorgerufene Fühlen des Ichs (in der 5. Strophe) führt
abschließend zur Glaubensgewissheit. Zeichnen Sie den Weg in eigenen
Worten nach.
• in der Dunkelheit des Erdentals erfühlt das lyrische Ich ein Schweigen
• dieses Schweigen ist verbunden mit der Stille der Nacht und nur da
erfühlbar
• daraus entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit in der Existenz
• auch die Erkenntnis, dass die Welt in ihrer Stille auch gut ist
(f) Wie zeigt sich die Glaubensgewissheit in der letzten Strophe?
• Schmerz und Spott verschwinden aus dem Grund des Herzens
• „endlich“ deutet auf das lange Sehnen nach dieser Kundgabe
• hier findet das Streben in der Stille der Nacht sein Ende, Gott offenbart
seinen Namen
• der Name zeigt das Kennen und auch Erkennen Gottes in der Natur
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 12 of 24
Wählen Sie bei den Teilen B (Roman) und C (Drama) zwei der sechs
möglichen Aufgaben aus!
Wenn Sie Aufgabe B1 oder B2 aussuchen, müssen Sie Aufgabe C3 wählen
oder
wenn Sie Aufgabe B3 aussuchen, können Sie zwischen Aufgabe C1 oder C2
wählen.
TEIL B ROMAN – ÖDÖN VON HORVÁTH: JUGEND OHNE GOTT
Bearbeiten Sie in diesem Teil entweder die Aufgabe B1 oder B2 oder B3 (je nach
Bearbeitung von Aufgabe C)!
Aufgabe B1: Wie wird die faschistische Gesellschaft in dem Roman
dargestellt? (Literarische Erörterung: ca. 400–450 Wörter)
„In der Darstellung der Jugend und ihrer ideologischen Beeinflussung durch
den Faschismus erreicht Horváth große Intensität.“
• mit Zeltlager beginnt die Zerstörung der Individualität
• Erziehung der Jugend zu Rassismus und Kriegsbegeisterung
• Missbrauch jugendlicher Abenteuerlust
• Jugend wird respektlos und brutalisiert
• Bereitschaft, zum Opfer zu werden, wird hervorgerufen
• „Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld!“
• die Jugend zeigt sich von Grund auf unmoralisch
• Regeln der Fairness sind ihnen fremd (erinnert an jetzt)
• auch Opfer unterwerfen sich der Gewalt und solidarisieren sich mit ihr
• fehlende Nächstenliebe, Gefühllosigkeit dominieren
• Kälte, Härte, körperliche Stärke und Gottlosigkeit sind die Werte der Jugend
• Lehrer: „Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?“
• Schüler lassen sich unreflektiert indoktrinieren
• kritisches Denken wird praktisch verboten und nicht praktiziert
• Humanität und Nächstenliebe werden abgelehnt
• „Doch noch lieber wären sie Munition, Bomben, Granaten. Wie gerne würden
sie krepieren auf irgendeinem Feld. Der Name auf einem Kriegsdenkmal ist der
Traum ihrer Pubertät.“
• Maschinen wollen sie werden
• die Berieselung der Massenmedien lässt keine unabhängige Information zu
• Familienbande lösen sich auf
• viele Kinder werden emotional vernachlässigt
• Mütter zeigen sich entweder keifend und herrisch (Z) oder egozentrisch und
gefühllos (T)
• Mädchen und Frauen sehen sich selbst als Opfer der Männergesellschaft
• nur im Verborgenen kann sich noch die Weiblichkeit zeigen
• sie fühlen sich wie eingesperrt in einem Zuchthaus (Bild der Gesellschaft)
• Ideale sind auch bei ihnen Pflichterfüllung, Selbstzucht und Stärke
• Arbeiter werden im Roman in die Armut getrieben
• Kriminalität ist die Folge
• die Kleinbürger werden als fanatische Anhänger des Regimes dargestellt
(Bäcker)
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 13 of 24
• übernehmen Floskeln unhinterfragt
• der faschistische Mensch zweifelt nicht an sich noch seiner Ideologie
• Überlegenheitsgefühl der geistig Unterprivilegierten
• Marginalisierung von Gegnern oder Kritikern
• von vielen wird herrschende Ideologie kritiklos übernommen
• Denunziation als Mittel sich durchzusetzen
• Gottlosigkeit und fehlendes Engagement der Kirchen wird gezeigt
• viele wollen Teil einer großen Gemeinschaft sein (Volkskörper)
• ein anderer Teil hat sich im System eingerichtet
• sie profitieren vom System, anfangs auch der Lehrer
• z. B. folgt auch der Direktor den Ideen der Nazis
• will seine Pension nicht verlieren
• es gibt eine kleine Gruppe von Kritikern
• der Klub, der Pfarrer, Julius Caesar und am Schluss der Lehrer
• sie laufen nicht mit
• leisten aber auch keinen Widerstand
• soziales Engagement im Geheimen oder Flucht bleiben übrig
oder
Aufgabe B2: Wie werden die Jugendlichen in dem Roman „Jugend ohne
Gott“ charakterisiert? Wo liegen die Ursachen für ihr Verhalten?
(Literarische Charakterisierung und Erörterung: ca. 400–450 Wörter)
Jungen (als Vertreter des neuen Systems):
• die Jugendlichen (mit wenigen Ausnahmen) bleiben namenlos
• ohne eigene Individualität
• werden als willensschwach, charakter- und gedankenlos gezeigt
• fehlende Nächstenliebe
• das selbständige Denken fehlt
• Kälte, Härte, Gefühllosigkeit, körperliche Stärke und Gottlosigkeit sind die
Werte der Jugend
• Lehrer: „Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?“
• Lehrer ist enttäuscht von seinen Schülern, die sich unreflektiert indoktrinieren
lassen
• folgen in Wort und Schrift der geforderten Ausrichtung
• Schüler N ist der typische Vertreter der neuen Generation
• er übernimmt die Propagandasprüche der Nazis
• lehnt wie andere auch die humanitäre Auffassung des Lehrers ab
• fühlt sich überlegen, besonders gegenüber den „Negern“
• auffallend ist, dass die typischen Vertreter der neuen Ideologie von den
Müttern emotional vernachlässigt werden
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 14 of 24
Mädchen (im Faschismus):
• symbolisieren die Rolle der Frau im System
• auch eine Mädchenklasse ist in der Nähe im Ferienlager
• auch sie müssen Soldatenlieder singen und marschieren
• dem Lehrer erscheinen sie „verschwitzt, verschmutzt und ungepflegt“
• das „Fliegersuchen“ soll sie auf einen möglichen Krieg vorbereiten
• Mädchen sehen sich selbst als Opfer der Männergesellschaft
• einige Mädchen möchten gerne wieder angestammte Frauenrollen übernehmen
• im Verborgenen kann sich noch die Fraulichkeit zeigen
• aber Ausbrechen ist ihnen als Angepassten und Etablierten nicht möglich, sie
müssen sich fügen
Eva (die Außenseiterin):
• 15-jähriges Mädchen
• mit 12 Waise
• Pflegevater belästigte sie sexuell und Pflegemutter verprügelte sie
• Opfer einer brutalisierten und rücksichtslosen Gesellschaft
• kommt dann ins Erziehungsheim (hat gestohlen, um wegzukommen)
• lebt jetzt mit jüngeren Bandenmitgliedern in Höhlen
• sie ist hart und rücksichtslos geworden
• lebt von Raub und Diebstahl
• wird von den Angepassten abgelehnt und beschimpft
• lebt ihre Rolle als Frau (auch sexuell – etwas verfrüht)
• bleibt aber wandelbar, wenn sie den Eindruck hat, jemand ist ehrlich und
aufrichtig
Jungen (die durch das System aufgeweckt werden):
• aber es gibt auch andere
• sie bilden einen Klub der Andersdenkenden
• widersetzen sich der herrschenden Ideologie
• halten die humanitären Ansichten des Lehrers für richtig
• sie lesen alles, was verboten ist
• lehnen die Umzüge und Feiern der Nazis ab
• auch die Ursache ihres Verhaltens liegt in der Ideologie
Ursachen des Verhaltens liegen im Faschismus:
• Schule hat die Aufgabe, die Jugend moralisch zum Krieg zu erziehen
• militärische Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt
• Lehrer müssen sich an strenge pädagogische Regeln halten
• kritisches Denken soll vermieden werden
• nur regimetreue Äußerungen und Verhaltensweisen erlaubt
• Rassismus wird gelehrt
• blinder Gehorsam und Ausführen von Befehlen ist der Jugend beizubringen
• Zeltlager sollen Individualismus zerstören
• Maschinen sollen aus ihnen werden
• Jugend wird respektlos und brutalisiert
„Doch noch lieber wären sie Munition, Bomben, Granaten. Wie gerne würden
sie krepieren auf irgendeinem Feld. Der Name auf einem Kriegsdenkmal ist der
Traum ihrer Pubertät.“
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 15 of 24
oder
Aufgabe B3: (Fragen zum Text – Quelle 1)
Beantworten Sie, von der angegebenen Textstelle ausgehend, die Fragen
zum Roman „Jugend ohne Gott“.
(a) Fassen Sie den Inhalt der Textstelle in eigenen Worten zusammen.
• die Eltern des Ich-Erzählers gratulieren stereotyp zum 34. Geburtstag
• der Lehrer korrigiert die Klassenarbeiten seiner Schüler
• Thema des Aufsatzes ist: „Warum müssen wir Kolonien haben?“
• stellt dabei auch fest, dass der Schüler N sich sehr despektierlich
gegenüber „Negern“ äußert
• er kritisiert dies, streicht es aber nicht an
• den offiziellen Medien darf ein Lehrer nicht widersprechen
• die Arbeit eines Schülers fehlt, da er sich am Wochenende im Stadion
erkältet hat
• Erzähler drückt zum Abschluss seine Begeisterung für den Fußballsport
aus
(b) Ordnen Sie die Textstelle in die Gesamthandlung des Romans ein.
• der Textausschnitt dient als Exposition für den Roman
• der Lehrer weist die negative Äußerung des Schülers N über „Neger“
zurück
• der Vater des N. zeigt den Lehrer wegen Verbreitung des „Gifts der
Humanitätsduselei“ an
• die gesamte Klasse schreibt eine Beschwerde und fordert einen neuen
Lehrer
• der Lehrer trifft in einer Bar auf den ehemaligen Lehrer Julius Caesar
• Julius Cäsar versucht, dem Lehrer den Wandel der Gesellschaft anhand
der Sexualität zu erklären
• er nennt die Zeit, in der sie leben, das „Zeitalter der Fische“
• bei der Beerdigung des W erinnern die Augen des T den Lehrer an
einen Fisch
• er muss in den Osterferien mit seinen Schülern auf ein Zeltlager
• der Lehrer wird neugierig, als Z von einem fremden Jungen einen Brief
bekommt
• Z und N streiten sich ständig wegen des Tagebuchs von Z
• der Lehrer bricht ein Schloss auf und liest das Tagebuch des Z,
verschweigt es aber
• er erfährt, dass Z ein Verhältnis mit der Anführerin (Eva) der
Räuberbande hat
• Z beschuldigt N, sein Tagebuch gelesen zu haben
• am nächsten Tag wird N erschlagen im Wald aufgefunden
• Z gesteht, den N erschlagen zu haben
• auch wird eine Liebesbeziehung des Z mit Eva bekannt, sie wird auch
eingesperrt
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 16 of 24
• nach der Untersuchung beginnt die Gerichtsverhandlung
• es wird vermutet, Z wolle Eva aus Liebe decken
• eine innere Stimme (Gott) bringt den Lehrer dazu, die Wahrheit zu sagen
• daraufhin sagt Eva aus, dass ein fremder Junge mit „Fischaugen“ N
getötet habe
• T starrt den Lehrer mit seinen kalten Augen unentwegt an, der Lehrer
verdächtigt ihn
• Eva wird des Mordes beschuldigt
• da der Lehrer seine Stelle und somit auch seine Pension verloren hat,
macht der Pfarrer ihm das Angebot, eine Lehrerstelle in Afrika
anzunehmen
• der Pfarrer rät dem Lehrer, unverzüglich die Mutter von T über seinen
Verdacht zu informieren
• dabei trifft der Lehrer auf T selbst, der wird nervös
• T wird außerhalb seines Zuhauses erhängt gefunden
• im Abschiedsbrief steht: „Der Lehrer trieb mich in den Tod“
• ein Teil des Briefes fehlt, Ts Mutter lässt den Teil fallen
• dort steht: „Denn der Lehrer weiß, dass ich den N erschlagen habe. Mit
dem Stein –“
• Eva wird aus dem Gefängnis entlassen und vom Pfarrer aufgenommen
• der Lehrer verabschiedet sich von Julius Cäsar und dem Klub und fährt
nach Afrika
(c) Welche Funktion hat dieser Textausschnitt?
• Einführung des Lesers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte,
Zustände, Zeit, Ort und Personen des Romans
• bereitet für das Verständnis wichtige Voraussetzungen vor
(d) Was ist bei den Geburtstagsgrüßen der Eltern auffällig?
• außer der Umstellung der direkten Anrede komplett identisch
• floskelhafter Gottesbegriff und auch der Wünsche ohne echte
Anteilnahme
• könnte auf Entfremdung hindeuten, deshalb auch nie Kontaktaufnahme
(e) Welche Berufsauffassung ist bei dem Lehrer erkennbar?
• er verrichtet seine Arbeit recht widerwillig
• er ist mit seiner Situation und der Arbeit unzufrieden
• er meint, im Park müsse es fein sein, aber Beruf sei Pflicht
• da ihn die Arbeit verärgert, würde er lieber ins Kino gehen
• er muss sich zwingen, voranzukommen („korrigier rasch“)
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 17 of 24
(f) Was findet der Lehrer positiv an seiner Arbeit und was gefällt ihm
überhaupt nicht?
• positiv sieht er seine Absicherung mit Pensionsberechtigung
• nur wenige mit Lehrerexamen bekommen eine Stelle, er ist einer davon
• das beruhigt ihn besonders in diesen unsicheren Zeiten
• er könne „ohne wirtschaftliche Sorgen alt und blöd werden“
• negativ sieht er, dass man sich als Lehrer oft die Finger tintig macht
• er fühlt sich unterfordert und kritisiert, dass in den Aufsätzen aus
„schiefen Voraussetzungen falsche Schlussfolgerungen“ gezogen würden
• er erwartet hauptsächlich „hohle Phrasen“ von den Schülern
• er ärgert sich darüber, will aber keine Kritik üben
(g) Wie wird hier die gesellschaftliche/politische Situation in dem Land
dargestellt?
• besonders die Situation in der Jetztzeit des Erzählers scheint
unangenehm zu sein
• niemand wisse, ob sich morgen die Erde noch drehen werde
• die Aufsatzthemen werden von einer Aufsichtsbehörde vorgeschrieben
• uralte Gedanken und Vorstellungen werden als neueste Erkenntnisse
gefeiert
• es herrscht Rassismus und Opportunismus
• Kritik wird in dem Staat nicht toleriert
• dies scheint eine Bewegung der Masse der Bevölkerung zu sein
• staatlich kontrollierte Massenmedien bilden die Meinung
• auch der Lehrer entwickelt sich zum Duckmäuser
(h) Welche Haltung nimmt der Lehrer gegenüber der politischen Situation ein?
• durch Fragezeichen bei „Ja, warum?“ brauche man Kolonien wird innere
Kritik am Thema deutlich
• „nun lasset uns hören“ erinnert an Gebetsaufforderung, Abkehr von
Realität
• er hat nicht den Mut, öffentlich Kritik zu üben, denn er weiß, dass das
Folgen haben würde
• Kernsatz: „Wenns auch weh tut, was vermag der einzelne gegen alle“
• man könne sich nur heimlich ärgern und auch dazu habe er keine Lust
mehr
• bleibt ihm nur der völlige Rückzug, was am Ende auch geschieht
• der Gebrauch der negativ besetzten Verben „lispelt, heult, bellt, girrt,
droht“ fällt auf
• verdeutlicht seine Kritik am Radio und an den offiziellen Aussagen
(i) Welche Funktion hat nach Aussage des Erzählers der Fußballsport? Woran
erkennt man das im Text?
• dient der Ablenkung von eigener, oft unbefriedigender, Lebenssituation
• erkennbar an: „Dann hat er alles vergessen“
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 18 of 24
TEIL C DRAMA – GOTTHOLD EPHRAIM LESSING: NATHAN DER WEISE
Bearbeiten Sie in diesem Teil entweder die Aufgabe C1 oder C2 oder C3 (je nach
Bearbeitung von Aufgabe B)!
Aufgabe C1:
Stellen Sie dar, warum „Nathan der Weise“ seit 2001 wieder „brennende“
Aktualität gewann. Gehen Sie dabei auch kurz darauf ein, warum das Werk
zwischen 1933 und 1945 von deutschen Spielplänen verschwunden war.
(Literarische Interpretation und Erörterung: ca. 400–450 Wörter)
• Lessing selbst glaubte nicht an die Wirksamkeit seines Dramas „Nathan der
Weise“
• er glaubte erstaunlicherweise nicht einmal daran, dass es je aufgeführt wird
• im Gegensatz dazu kann man durch einfaches Googln feststellen, dass es
eines der häufiger gespielten Theaterstücke der Jetztzeit ist
• und warum es seit 2001 wieder brennende Aktualität besitzt
• bleibt die Frage, warum es zwischen 1933 und 1945 auf deutschen Bühnen
nicht gespielt wurde
• in folgendem Zitat steckt die Begründung für die „brennende“ Aktualität des
Dramas:
• „Dummheit,
• Ignoranz,
• blinde Aggression und die
• bewusste Verbreitung von Unwahrheiten gehören heute wie zu Zeiten
Lessings zu den großen
• Bedrohungen unserer Zivilisation.
Diesem Fundament der Intoleranz muss auch heute
mit allen legitimen Mitteln entgegengetreten werden. Der Toleranzbegriff
Lessings darf nicht mit weltanschaulicher Gleichgültigkeit verwechselt werden. Nur
das ernsthafte
Bemühen um gegenseitiges Verständnis und das
Zugehen auf den Andersdenkenden machen eine
Grundhaltung der Toleranz möglich. Dazu gehört jedoch auch,
eigene Position zu entwickeln und sie zu verteidigen. So wie es Nathan nicht
gleichgültig ist, was der Tempelherr oder Daja über ihn denken, so darf es auch
uns heute
nicht egal sein, wenn Vorurteile, Schein- und Halbwahrheiten das freie
Denken und Handeln des Menschen zu be- oder verhindern drohen.“
[Thomas Rahner, Mentor Lektüre Durchblick „Nathan der Weise“, München 2005, S. 51]
• besonders wichtig sind die von Lessing geforderten Werte im Zuge der
globalen Bedrohung durch den radikalen Islam
• seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Begriff „Islamismus“
präsent
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 19 of 24
Erscheinungsformen und Ziele (kurz):
• Ablösung westlicher Werte durch islamische
• Zerstörung des (religiösen) Pluralismus
• die islamische Ordnung mit Gewalt durchzusetzen
• die auch durch die Aufklärung hart errungenen Werte lehnen die Vertreter
völlig ab
• z. B. Individualität, Bildung, Emanzipation und Rechtssicherheit
• Fortschrittsglaube des Westens wird abgelehnt
• Anhänger der islamistischen Ideologie missachten die Grund- und
Menschenrechte
• drakonische Strafen durch die Scharia
Dagegen stehen die Werte und Handlungsweisen Nathans und die
Forderungen der Ringparabel an die Religionen, deswegen auch die
anhaltende Aktualität:
• verkörpert das Humanitätsideal der (westlichen) Aufklärung
• Unabhängigkeit von Mächtigen und Ideologien
• Ablehnung extremer Vorstellungen
• Toleranz gegenüber anderen Religionen
• Kritikfähigkeit, auch Selbstkritik
• Überwindung aller trennenden Schranken
• Tolerierung Andersdenkender und Andersgläubiger
• Religionen müssen ein am Guten orientiertes Handeln zeigen
• Toleranz und Pluralismus im friedlichen Nebeneinander
• durch Nächstenliebe, Sanftmut und Wohltun in Form eines friedlichen
Wettstreits werde sich die wahre Religion erweisen
• daher auch Zukunftsglaube
• Wertsetzung durch Pluralismus und Toleranz
Die Vorstellungen der Faschisten in Deutschland zwischen 1933 und 1945
unterschieden sich nur in einigen Aspekten von den rückwärtsgewandten Ideen
der Islamisten, abgesehen von der Religion. Dazu kamen natürlich noch der
Antisemitismus und der allgemeine Rassismus der Nazis.
Der Jude Nathan als Verfechter der Werte der westlichen Zivilisation, wie sie die
Aufklärung auch in Deutschland forderte, konnte unter den Nazis nicht auf die
Bühne kommen.
oder
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 20 of 24
Aufgabe C2: Fassen Sie die „Ringparabel“ kurz in eigenen Worten zusammen
und interpretieren Sie sie ausführlich. (Interpretation: ca. 400–450 Wörter)
• im 3. Aufzug, 7. Auftritt
• auch von Spannungskurve her Höhepunkt des Dramas
• veranlasst durch Saladins Aussage: „Von diesen drei Religionen kann doch
eine nur die wahre sein.“
• nach kurzer Bedenkzeit beschließt Nathan, dem Sultan ein „Märchen“ zu
erzählen
Ausgangssituation der Ringparabel:
• ein Mann besitzt einen Ring, der die Kraft hat, den beliebt zu machen, der auch
an diese Kraft des Rings glaubt
• dieser Ring wird an den liebsten Sohn vererbt, der dann auch Familienvorstand
wird
• der Mann setzt auch fest, dass dieser Sohn den Ring auch nur an seinen
Lieblingssohn vererben sollte
• so wäre garantiert, dass er in der Familie bleibt
Auslösendes Moment:
• ein Vater liebt drei Söhne gleichmäßig
• er verspricht jedem seiner Söhne den Ring
• um das Problem zu lösen und keinen der Söhne zu kränken, lässt der Vater
den Ring zweimal kopieren
• die Kopien sind äußerlich so vollkommen, dass selbst der Vater dann die drei
Ringe nicht mehr unterscheiden kann
• nach dem Tod des Vaters beginnt der Streit der Söhne
• verständlicherweise will jeder der Herr des Fürstentums sein
• aber es gibt keine Lösung des Problems
• „der rechte Ring war nicht Erweislich; – … als und itzt – der rechte Glaube.“
Höhepunkt:
• die Söhne verklagen sich gegenseitig, auch wenn es ihnen schwerfällt
• da keiner glauben will, dass der Vater zwei von ihnen betrogen hat
• der Richter meint, dass der echte Ring vermutlich verloren gegangen ist
• denn das Versprechen, dass der echte Ring beliebt machen könne, sei nicht
erfüllt
• denn bisher würde jeder von den Söhnen nur sich am meisten lieben
• alle drei seien betrogene Betrüger
Lösung:
• der Richter gibt ihnen einen Rat:
• jeder könne glauben, dass er den echten Ring habe
• weil der Vater vielleicht die Vorherrschaft des einen Rings (Sohns) verhindern
wollte
• „Es strebe von euch jeder um die Wette, Die Kraft des Steins in seinem
Ring´an Tag Zu legen!“
• dieses Streben soll unterstützt werden durch Liebe, Sanftmut und Wohltun
• nach vielen Generationen wird dann ein weiserer Richter die Entscheidung
treffen können, welcher Ring der echte ist
• Saladin erkennt, dass die Zeit des Richtens noch nicht gekommen ist
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 21 of 24
Übertragungsebene und Interpretation:
• die Ringe stehen stellvertretend für die drei monotheistischen
Glaubensrichtungen Judentum, Christentum und Islam
• sie stehen ständig in kriegerischen Auseinandersetzungen darum, welche die
wahre Religion sei
• denn eigentlich kann man sie von den Grundgedanken her nicht unterscheiden
• auf den Einwurf Saladins, dass die Religionen wohl zu unterscheiden seien,
allein schon an Kleidung, Speisen und Getränken erkennbar
• meint Nathan, dass das die Folge der Geschichtlichkeit (geschichtlicher
Überlieferungen) sei
• und Geschichte müsse „auf Treu und Glauben“ akzeptiert werden
• außerdem glaube man den Mitgliedern der eigenen Familie mehr als Fremden
• also folgt man ihnen
• aus dem Lösungsversuch des Richters ergibt sich aber eine Forderung an die
Vertreter der drei Religionen:
• sie müssen ein am Guten orientiertes Handeln zeigen
• Toleranz und Pluralismus im friedlichen Nebeneinander
• durch Nächstenliebe, Sanftmut und Wohltun in Form eines friedlichen
Wettstreits werde sich die wahre Religion erweisen
• in diesem friedlichen Wettkampf müssen sie sich bewähren, damit sich nach
vielen Generationen (vielleicht) zeigen kann, welche die wahre Religion sei
(Gottes Plan)
• es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die drei Ringe Fälschungen
sind
• übertragen: die drei Religionen unwahr sind
• denn offenbar gelinge es keiner, die von Gott geforderte Humanität zu
praktizieren
oder
Aufgabe C3 (Fragen zum Text – Quelle 2): Beantworten Sie, von der
angegebenen Textstelle ausgehend, die Fragen zum Drama „Nathan der
Weise“.
(a) Beschreiben Sie bitte, worum es in dem Textausschnitt geht.
• Al-Hafi teilt Saladin mit, dass Sittah von ihrem Vermögen die
Staatskasse fülle
• Saladins Spielschulden habe sie sich nie auszahlen lassen
• Saladin ist über die Großzügigkeit seiner Schwester erfreut
• Saladin erkennt, dass sein Staat eigentlich bankrott ist
• aber er meint von sich, dass er ja nichts brauche
• Sittah will Al-Hafi dazu bringen, Geld von Nathan zu leihen
• denn er habe Nathan wegen seines Reichtums und seiner Weisheit
gelobt
• Al-Hafi möchte das verhindern und macht Nathan schlecht
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 22 of 24
(b) Ordnen Sie diese Textstelle begründet in die Dramenhandlung ein.
• Nathan, ein reicher Jude, kehrt von einer erfolgreichen Geschäftsreise
zurück
• Recha, die Ziehtochter Nathans, wurde von einem Tempelritter aus den
Flammen des Hauses gerettet
• sie glaubt, von einem Engel gerettet worden zu sein
• der Tempelherr wurde von Saladin begnadigt, da er Ähnlichkeit mit dem
verstorbenen Bruder des Sultans haben soll
• Nathans Freund, der Derwisch Al-Hafi, ist Schatzmeister bei Saladin
geworden
• da Saladins Kassen immer leer sind, bittet Al-Hafi Nathan um Geld
• Nathan möchte sich mit dem Tempelherrn treffen
• der Patriarch will, dass der Tempelherr einen Anschlag auf Saladin
verübt, er lehnt ab
• überzeugen soll ihn der Klosterbruder, dieser distanziert sich aber vom
Auftrag
• Saladin spielt mit seiner Schwester Sittah Schach
• ein drohender Krieg bereitet ihm Sorgen, er spielt unkonzentriert und
verliert
Einordnung der Textstelle!
• Rechas Verliebtheit in den Tempelherrn wird bekannt
• im Gespräch kann Nathan den Tempelherrn für sich gewinnen, er bietet
ihm seine Freundschaft an
• Saladin bittet Nathan zu sich
• der Tempelherr erinnert Nathan an einen Freund
• Al Hafi rät Nathan vom Besuch beim Sultan ab
• im Gespräch zwischen Recha und dem Tempelherrn wird die Zuneigung
beider deutlich
• der Tempelherr ist verwirrt, da er meint, Recha sei Jüdin
• beim Treffen von Saladin und Nathan stellt jener überraschend die
Frage nach der rechten Religion
• erstaunt beschließt Nathan, die Antwort in Form eines Märchens zu geben
• er erzählt die Parabel von den drei Ringen
• ergriffen bietet Saladin Nathan die Freundschaft an und dieser ihm Geld
zur Kriegsführung
• Saladin möchte den Tempelherrn sprechen und ihn Sittah vorstellen
• der Tempelherr bittet um Rechas Hand, trotz seines Gelübdes
• Nathan zögert, da er vermutet, dass beide verwandt seien
• der Tempelherr erfährt von Daja, dass Recha Christin ist
• er ist, wegen seiner Intoleranz, entsetzt, dass Nasthan sie jüdisch
erzogen hat
• der Tempelherr teilt dem Patriarchen die Geschichte Rechas mit
• der Ziehvater Rechas solle auf den Scheiterhaufen, dafür braucht der
Patriarch die Hilfe Saladins
• Saladin erhält das Darlehen von Nathan
• der Tempelherr und Saladin schließen Freundschaft
• es kommt zu einem Streitgespräch über Nathan
• Sittah erkennt die Ähnlichkeit des Tempelherrn mit ihrem Bruder Assad
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 23 of 24
• der Klosterbruder hat vor Jahren das Christenkind Recha zu Nathan
gebracht
• wenige Tage vorher hatten ihm Christen seine Gattin und sieben Söhne
ermordet
• der Klosterbruder erinnert sich an ein begleitendes Schreiben
• der Tribut aus Ägypten trifft ein
• der Tempelherr wird sich seiner Fehler bewusst und anerkennt die
Erziehungsleistung Nathans
• er hat das Brevier Wolfs von Filnek erhalten
• Tempelherr gesteht Nathan seine Schuld, möchte Recha heiraten, um
sie zu retten
• Nathan vertröstet ihn und meint, Rechas Bruder müsse darüber die
Entscheidung fällen
• Recha beweint bei Sittah, dass sie, laut Daja, nicht Nathans Tochter sei
• Saladin solle ihr nicht den Vater nehmen
• Saladin meint, Recha solle sich nach jemandem umsehen, „der mit ihr
um die Wette leben wolle“
• nach einiger Verwirrung erklärt Nathan, dass Recha die Schwester des
Tempelherrn sei
• mühsam erkennt der Tempelherr sein Glück
• Nathan belegt auch noch, dass Blandas (Rechas) und Leus
(Tempelherr) Vater der Bruder von Saladin und Sittah gewesen sei
• Saladin schließt die Kinder seines Bruders in die Arme
(- und Nathan bleibt alleine, traurig, kinderlos und ohne Verwandtschaft
im Abseits stehen)
(c) Stellen Sie bitte die etwas verwirrende finanzielle Situation am Hofe des
Sultans verständlich dar. Worin liegen die Ursachen dafür?
• Geldmangel steht hier im Vordergrund
• Tributgelder aus Ägypten, die Sittahs und Saladins Vater hätte
eintreiben sollen, sind noch nicht angekommen
• da Saladin permanent in Geldnot ist, hat Sittah von ihrem
Privatvermögen den gesamten Staatshaushalt bestritten
• selbst die beim Schach gewonnen Beträge hat sie sich nie auszahlen
lassen, da ja eh nichts da gewesen wäre
• Saladin war sich bis dahin der Situation nicht bewusst
• er ging bisher davon aus, dass ein Überschuss in der Staatskasse
vorhanden sei
• die Ursachen liegen in der teuren Kriegsführung
• sicherlich auch, dass Sittah ihr Privatvermögen vorher vom Bruder
erhalten hat
• auch ist die Sorglosigkeit Saladins zu nennen
• außerdem hat Saladin einen Bettelmönch zum Schatzmeister gemacht,
weil der am besten in der Lage sei, die Not der Armen zu lindern, was
Saladins erklärtes Ziel ist – und das kostet Geld
IEB Copyright © 2017 PLEASE TURN OVER
Downloaded from hlayiso.com
NATIONAL SENIOR CERTIFICATE: GERMAN HOME LANGUAGE: PAPER II – MARKING GUIDELINES Page 24 of 24
(d) Was ist ein Derwisch eigentlich und welche Aufgabe hat Al-Hafi am Hof
Saladins? Wie und warum kommt er zu dieser Position?
• ein Derwisch ist ein islamischer Bettelmönch
• eigentlich leben sie in Einsiedeleien oder Klöstern
• er hat die Bitte, Saladins Verwalter des Hofschatzes zu werden, nicht
ablehnen können
• denn, was ein Derwisch für gut hält, das muss er auch tun, auch wenn
es ihm schwerfällt
• Al-Hafi wurde zum Schatzmeister, weil er am besten die Armen verstehe
• er soll die Bettler im Land so beschenken, dass es keine Bettler mehr
gibt
(e) Was erfahren Sie aus der kurzen Szene über den Charakter von Sittah und
Saladin?
• Saladin scheint sehr genügsam und gläubig zu sein
• mit Pferd, Kleid, Schwert und Gott wäre er zufrieden
• die Wahl Al-Hafis zeigt die Gutwilligkeit und Menschlichkeit des Saladin
• aber zu einem gewissen Maße auch seine Naivität
• die Beziehung zwischen den Geschwistern scheint sehr harmonisch zu
sein
• Sittah unterstützt ihren Bruder in allen Belangen
• sie ist gleichberechtigt, wenn nicht sogar die treibende Kraft in vielen
Belangen
(f) Was hält nach seinen eigenen Aussagen, die hier Sittah zitiert, Al-Hafi von
Nathan?
• er scheint gesagt zu haben, dass Nathan sein Freund sei
• sowohl diese Freundschaft und auch Nathan scheint er hoch gelobt zu
haben
• Nathan sei zugleich weise und sehr reich
• die Weisheit gebietet ihm, dass er niemandem Geld borgt
• Al-Hafi meint, dass Nathan Verstand habe, zu leben wisse und Schach
spiele
• er gibt sein Geld großzügig an die Armen, ohne Ansehen der Religion
(g) Was ist auffällig an der von Al-Hafi geäußerten Textstelle: „Wie? von einem
Juden? Von einem Juden hätt' ich das gesagt? […] Ja so! von dem! vom
Nathan! – Fiel Mir der doch gar nicht bei. – Wahrhaftig? Der Ist endlich
wieder heimgekommen? Ei!“?
• er verleugnet mehrfach, dass er über Nathan mit Sittah gesprochen hat
• die Betonung des „Juden“ deutet an, dass es auch an Saladins Hof nicht
üblich war, mit einem Juden befreundet zu sein
• es ist natürlich gelogen, dass er sich nicht an den Namen erinnert
• sein Erstaunen („Ei!“) ist gespielt, denn er hat ja schon mit ihm
gesprochen und festgestellt, dass Nathan sehr erfolgreich gewesen sei
• dadurch möchte er Nathan schützen
Total: 80 Punkte
IEB Copyright © 2017
Recommended for this subject
Published documents with matching subject and grade metadata.
Related documents
Matched using subject, grade, language, document type and exam metadata.
More from Grade 12 German HL
Explore more published documents in this catalogue.


%20MG%202017_hlayiso.com_--deea0ea3-cad8-4bee-bd2c-f50a936fc1c7/v1-19a5115f2571a3e2e8b5/card.webp)


%20MG%202017_hlayiso.com_--2fbbbe92-101f-4883-b341-3e2e24ef4d13/v1-75926e585b39d8ee0202/card.webp)
%202017_hlayiso.com_--03edc085-22e5-4673-b39c-a5daaf9e9c2f/v1-c2d65ee34dc0f3edf9ba/card.webp)

%202017_hlayiso.com_--4314b362-18bd-4021-bd46-3b730467fb5e/v1-ad30355c66ab4a78848d/card.webp)

%202017%20_hlayiso.com_--921a857f-d7dd-4cce-a985-ddeb9fdf42d4/v1-05bc4a5bb39d4ec38671/card.webp)

